Rhodos ist landschaftlich ein absolutes Highlight. Kulturell hat es vergleichsweise eher wenig zu bieten. Selbst der Koloss von Rhodos wurde schon vor langer Zeit eingeschmolzen. Er existiert nur mehr auf Werbeprospekten und Reiseführern.
Zahlreiche Burgen/Festungen (meist als Akropolis bezeichnet) ähneln einander sehr. Kirchen und Kapellen sind meist zeitgenössisch, wobei – speziell bei den kleinen Kapellen – eine wie die andere aussieht. Berühmte Kirchen (auch solche, die von Reiseführern erwähnt werden) sind oft nur deswegen beliebt, weil sie von Gläubigen gerne besucht werden (Beispiel: Panormitis auf Symi).Touristen werden dabei eher enttäuscht.
Meist wollen wir im Urlaub nicht nur in der Sonne liegen und schwimmen (wofür Rhodos übrigens sehr gut geeignet ist), sondern auch wandern. Abgesehen von den wenigen touristisch vermarkteten Hotspots scheitern Wanderungen am Mangel an Wegweisern. Zahlreiche Trampelpfade führen den Wanderer in die Irre.
Auch die Hitze mit Temperaturrekorden in diesem Jahr (2026) auch auf Rhodos hat unserer Wanderlust stark geschadet.
Die Destinationen, die wir besucht haben, sind im nachstehenden Übersichtsplan eingezeichnet:
Übersichtsplan:
Es handelt sich vor allem um schöne Landschaften, touristisch interessante Orte und Strände, vor allem in der Nordhälfte der Insel. Der Süden erschien uns weniger interessant und ist auch weniger erschlossen.
ARCHANGELOS:
Viele der von uns angepeilten Ziele liegen im Osten und in der nördlichen Hälfte der Insel. Deshalb haben wir für unsere Unterkunft einen Ort zwischen Rhodos Stadt und Lindos ausgesucht: Archangelos.
Archangelos Umgebung:
Die Wahl dieses Ortes war jedoch suboptimal, weil er nicht unseren Vorstellungen eines typischen Feriendomizils mit schmucken weißen Häusern und netten Tavernen entspricht. Ein Lichtblick ist die Kirche im Ortskern.
Sonst ist alles grau in grau, Straßen und Gehwege sind heruntergekommen - voller Löcher (so, dass man hineinstürzen könnte).
Exkurs zu den Gehsteigen:
Es gibt teilweise auch schöne gepflegte und gesäuberte Gehsteige. Diese wurden oft über einen alten öffentlichen Gehsteig im Bereich einer Ladenzeile errichtet. Der alte Gehsteig (mit Löchern) ist teilweise breit, manchmal aber nur wenige Zentimeter schmal. Jedenfalls muss man den Höhenunterschied zwischen alt und neu überwinden. Ein Hoch auf die Privatwirtschaft: da sieht man gleich, um wie viel besser Private wirtschaften!
Einheimische haben uns erzählt, dass Löcher in den Straßen nur zugeschüttet (und nicht saniert) werden. Nach kurzer Zeit herrscht wieder der alte Zustand. Die Gassen sind zu schmal. Wenn es zwei Fahrspuren gibt, steht alle paare Meter ein Wagen in zweiter Spur, sodass man kaum weiterkommt. Die meisten Gassen sind aber gerade mal einspurig, trotzdem keine Einbahn - es gibt ja Stellen, wo man sich aneinander vorbeidrücken kann. Verkehrschaos pur: So kann man trotz weniger Autos einen ständigen Stau produzieren.
Die Mistkübel sind auch ein Ärgernis: uralt und meist ohne Deckel. Die Bewohner müssen die Mistkübel sogar selbst zurückstellen, wenn die Müllabfuhr da war.
Abfalltrennung gibt es nicht, alles kommt auf einen Haufen. Verpackungen dürften sehr billig sein, alles wird aufwändig verpackt noch mit Nylonsackerl dazu...An jeder Ecke gibt es ausgediente halb ausgeweidete Fahrzeuge mit zerbrochenen Fensterscheiben (Lkw, Pkw, Busse, Bagger etc.) teilweise noch mit Nummerntafeln dran. Auf Nebenstraßen (=Schotterwegen) begegnet man unzähligen alten Autoreifen, altem Wohnungsinventar und muss zuweilen einem ausgedienten Bett, das auf der Fahrbahn liegt, ausweichen.
Exkurs Straßenbeleuchtung:
Auf fast allen asphaltierten Straßen (auch außerhalb des Ortsgebietes) gibt es eine Straßenbeleuchtung. Sehr luxuriös! Wer hat da wohl in Brüssel antichambriert? Ein Straßenlampenerzeuger oder ein Politiker?
Bessere Auswahl eines Urlaubsortes:
Aus heutiger Sicht kommen als Urlaubsdomizil vor allem Stegna und Haraki in Frage: Beide sind Küstenorte mit touristischer Infrastruktur ohne große Hotelkästen. Für Erkundungen (mit Leihwagen) ist die Lage dieser Orte nicht schlechter als Archangelos. Strände sind allerdings steinig, sodass man sich jedenfalls Liegen+Sonnenschirm mieten muss.
Plan Stegna/Haraki ist ebenfalls
im Plan auf Archangelos Umgebung zu finden: SIEHE OBEN
BADESTRÄNDE:
STEGNA:
STEGNA bietet zusätzlich zum Strand einen absoluten Geheimtipp: Die Cave of Seals. Eine wunderschöne Felsgrotte mit glasklarem Wasser in der man auch schwimmen kann. Dieser Ort ist vom Südende des Strandes (mit einer kurzen Anstrengung) zu Fuß gut zu erreichen. Mit dem Wagen kann man ziemlich Nahe heran, wenn man das am Hügel befindliche Restaurant ansteuert.
HARAKI:
HARAKI (Charaki) ist im Zentrum ähnlich wie Stegna. Südlich gibt es einen Steinstrand, nördlich die Ruine der Festung Feraklos. Schöne Aussicht! Nördlich der Festung hat es einen schönen Sandstrand ohne Infrastruktur: Agathibeach. Erreichbar eher nur per Pkw über Schotterstraße.
Agathi Beach:
Dieser Strand ist ähnlich wie Tsambika (SIEHE weiter unten) ein Sandstrand ohne Infrastruktur. Es gibt gar nix ausser eine Sportgerätevermietung. Sehr nahe zu Stegna-Beach!
Plan Stegna/Haraki/Agathi:
Tsambika Beach:
Mit Abstand der schönste Badestrand ist Tsambika Beach: Es gibt hier kein einziges Hotel am Strand, nur ein Restaurant, einen Shop und ein paar kleine Getränkebuden, nebst Bootmiete etc. Auch einen FKK Strand gibt es.
Man muss allerdings mobil sein (Leihwagen oä.) – reichlich Parkplätze vorhanden.
Plan Tsambika Beach:
Anthony Quinn Bay:
Sehr schön anzusehen ist die weiter nördlich gelegene Anthony Quinn Bay. Das Areal ist allerdings vollständig überlaufen (Ob der marketingtaugliche Name daran schuld ist?), großteils steinig, aber schön! Glasklares Wasser. Empfehlung:Viewpoint
Plan Anthony Quinn Bay:
SEHENSWERT:
RHODOS STADT:
Einen Bummel durch die Altstadt von Rhodos sollte man nicht nur tagsüber machen, sondern auch abends.
Plan Rhodos:
LINDOS:
Es ist die wohl schönste (touristische) Stadt der Insel.
Große Teile der Stadt wirken allerdings wie ein riesiger Souvenirladen.
Es gibt viele beeindruckende Ecken. Wichtig: Aussichtspunkt (am Plan mit Stern markiert) mit einem Blick über die ganze Stadt.
Plan Lindos:
SIEBEN QUELLEN:
Üblich ist es, von Norden in dieses touristisch gut erschlossene Areal anzureisen (Bus oder Pkw). Die Wege sind klar, für den Tunnel ist eine Taschenlampe erforderlich. Man versäumt aber nichts, wenn man nur kurz hineinschaut und stattdessen über den Feldweg geht.
Am anderen Ende des Tunnels befindet sich der beeindruckenste Wasserfall. Unbedingt besuchenswert!
An sich gäbe es auch eine direkte Verbindung von Archangelos (Schotterstraße). Eher für einen Fußmarsch geeignet.
Plan 7 Quellen:
SCHMETTERLINGSTAL:
Auch dieses Ziel ist touristisch bestens vermarktet. Schmetterlinge sind eher nur im Nordteil und da erst im letzten Drittel zu beobachten.
Plan Schmetterlingstal:
SCHÖNE STRASSEN:
Bei einem Ausflug mit dem Pkw sind Nebenstraßen, die im Landesinneren von Ost nach West führen allesamt wunderschön. Ausblicke auf Täler, Wälder und am Ende auch auf das Meer. Z.B. bei Monolithos.
Monolithos ist sehr fotogen, es gibt mehrere ähnliche Festungen zu besichtigen...
Auf dem Weg nach Monolithos kommt man an Eleousa vorbei. Es ist im Zentrum von „Lost Places“. Ruinen aus dem vorigen Jahrhundert zur Besichtigung freigegeben. Apropos Ruinen: Überall im Land stehen Rohbauten herum, bei denen keine Baumaschinen mehr stehen. Ein Zeichen von Finanzschwäche oder von Spekulationsobjekten. Künftige Generationen werden das auch mal besichtigen...
Es gibt überhaupt viele Ruinen, z.B auch in Profitis Elias. Von hier lässt sich eine Wanderung anschließen: Der Weg (großteils im Schatten) ist schwer zu finden, man sollte sich zwei Stunden Zeit nehmen. Wunderschöne Aussicht auf halber Strecke.
Plan Schöne Straßen (Ost nach West):
Filerimos :
Dieses Areal (in Flughafennähe) bietet bloß eine akizeptable Aussicht. Wanderungen sind nicht zu empfehlen, da die Wege meist zugewachsen (unpassierbar) geworden sind.
PlanFilerimos
SYMI :
Symi ist eine hübsche Insel ca. 2 Schiffstunden nördlich von Rhodos. Ein Tagesausflug dorthin lohnt sich allemal.
Symi Stadtplan
Symi Klöster
HÖHLEN :
Es gibt schöne Höhlen wie jene südlich von Stegna (siehe oben) und unscheinbare, wie jene am Strand von Tragounou.
Tragounou Höhle
XETRIPITI :
Ein Geheimtipp! Es gibt westlich von Malonas eine Schlucht, die mit 1 ½ Stunden Fußmarsch erreicht werden kann. (zurück nochmals 1 ½ Stunden). Wer sich traut oder ein geländegängiges Fahrzeug zur Verfügung hat (und von Süden anreist), kann die Gehzeit um die Hälfte verkürzen (was bei großer Hitze wie im Sommer 2026 durchaus eine Option ist).
Vorsicht vor dem Irrweg, den Google-Maps anbietet.
Xetripiti Schlucht
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