Ein Trick bei Nachtaufnahmen: Eher unterbelichten.
D.h. Blende -1 oder gar Blende -2 einstellen.

Warum?

In der Nacht ist es dunkel und unbe­leuchtete Areale sind nicht zu sehen. Also: warum sollte man (was eine Kamera im Automatik­modus macht) die dunklen Flächen aufhellen? Das macht keinen Sinn.

Am ersten Bild sieht man das besonders deutlich: die Bäume sind - wie in Wirklichkeit - nur eine schwarze Kontur. So soll es auch sein

Nebeneffekt ist, dass man damit auch die Belichtungszeit verkürzt und dadurch Aufnahmen ohne Stativ möglich sind.
Fotobeispiel

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Fotobeispiel

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720mm Tele mit DC-TZ81

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720mm Tele mit DC-TZ81 nachbearbeitet

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Fotoapparat auswählen

Man hat mich schon öfter gefragt, wie ich solche Fotos (wie hier nebenstehend gezeigt) wohl hinkriege.

Das ist, ich verrate es gleich, nicht mein Können und meine langjährige Erfahrung, sondern hauptsächlich die richtige Auswahl des Foto­aparates.

Historie

Schon seit vielen Jahren habe ich besonders gern unter schwierigen Licht­ver­hältnissen fotografiert.

Das war zu Zeiten der Analog­foto­grafie sehr schwierig und aufwändig. Ich hatte immer eine große Fotoausrüstung dabei, zu der auch Stativ und Blitz zählten.
Auch damals war es wichtig die richtige Kamera auszuwählen.

Die "richtige" Kamera war damals die Olympus OM2N.

Mit dieser Kamera konnte man Fotos mit einer Belich­tungs­zeit von mehreren Sekunden (oder auch Minuten) vollautomatisch machen (natürlich mit Stativ). Dazu konnte man mehrere Blitze "abfeuern" (auch hinter­einander) und trotzdem wurde automatisch belichtet.

Makroaufnahmen waren mit einem zwischen­geschalteten Objektiv möglich und den Blitz konnte man am Kabel auf das Objekt richten. Die Kamera steuerte sowohl die Belichtungs­zeit, als auch die Blitzstärke. Super. Aber doch sehr kompliziert.

Digitalfotografie

Mit modernen Fotoapparaten lassen sich auch ohne Stativ brauchbare Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen machen.

Doch kann man mit jeder Kamera solche Fotos machen, wie neben­stehend gezeigt?

Nein! Die meisten Kameratypen sind auf zwei Käufergruppen fokusiert:
  1. Solche, die immer mehr Pixel haben wollen.
    Und das, obwohl sie sicher nie für ein Plakat fotografieren werden
  2. solche, die ein möglichst starkes Teleobjektiv haben wollen.
    Ein gutes Tele ist für einen Safari­urlaub wirklich zu empfehlen.
Mein Fokus liegt aber auf der Foto­grafie in den Abend­stunden und in Innenräumen. Ich hätte auch noch Interesse an 3D Fotos (das habe ich zu Analogzeiten ausgiebig gemacht), dazu ist mir aber derzeit kein wirklich geeignetes Gerät bekannt. Also werde ich zuwarten und den Markt beo­bachten.

Fotografie bei schlechten Lichtverhältnissen

Das wichtigste Kriterium für einen solchen Foto­apparat ist das Objektiv:

Das lichtstärkste Objektiv beginnt derzeit mit Blende 1.4. Manche Kameras haben Blende 2.4 oder 2.8. Die Mehrheit der Geräte beginnt mit Blende 3,5. Dazu gehören auch alle mir bekannten Spiegel­reflex- oder Systemkameras.

Ein einfaches Beispiel soll beleuchten, wie wichtig die Blende ist:

Angenommen meine Kamera zeigt bei Blende 1.4 eine Belichtungs­zeit von 1/30 sec. an. Dann würde eine Kamera mit Blende 2.8 1/15 sec. anzeigen. Das bedeutet sehr hohe Verwacklungs­gefahr. Eine Spiegel­reflex­kamera mit Blende 3.5 zeigt dann schon 1/8 sec. Das ist nur mehr mit einem Stativ möglich und auch nur, wenn sich niemand bewegt. Die Fotos im Restau­rant (siehe rechts) ließen sich damit nicht machen.

Ein Zusatztrick: Bei Nacht­aufnahmen im Freien, teilweise auch in Räumen, empfiehlt es sich sowieso, eine oder manchmal sogar zwei Blenden unter­zu­belichten. D.h. statt 1/30 nimmt man 1/60 sec. Das geht sicher ver­wacklungs­frei.


Die Frage aller Fragen ist nun: welche Kamera hat Blende 1.4 ?

AbbilungKamera Ich kenne nur eine, das ist die Panasonic (LUMIX) DMC-LX7. Das ist aber keine Werbung und ich bekomme auch nichts bezahlt dafür. Ich kenne nur keine andere Kamera mit einem derartigen Objektiv.

Die Panasonic DMC-LX7 kann ISO 6400. Es gibt Kameras, die können mehr, doch bei höheren ISO-Werten werden die Bilder schon grobkörnig. Dass Bilder mit ISO 3200 bzw 6400 nicht mehr schön anzusehen sind, trifft auch auf das Pana­sonic-Modell zu. Nur so hohe ISO-Ein­stellungen braucht man kaum, wenn man Blende 1.4 zur Verfügung hat.


Nachteile:
  1. Das Display könnte heller sein - mit Sonnenbrille sieht man das Motiv kaum mehr.
  2. Die Bedienoberfläche ist in einigen Punkten „gewöhnungsbedürftig“.

Nachfolgemodell

Sehr ähnlich und einen Tick besser - mit größerem Sensor - ist die Panasonic DMC-LX15 (Preis: rund 500 Euro). Sie hat die LX 7 abgelöst.

Spitzenkompaktkamera

1 Zoll Sensor, 15fach Zoom, Licht­stärke beginnt mit 1,33 Panasonic TZ202 (Preis: rund 780 Euro)

Andere Schwerpunkte - andere Kamera

Auf einer Safari wäre natürlich eine Kamera mit "Superzoom" von Vorteil. Da habe ich persönlich keine Erfahrungen. Meine Recherchen haben ergeben, dass es Super­zoomer von Fujifilm, Nikon, Olympus und Sony und auch LUMIX gibt.

Bei der Sportfotografie ist es wichtig, schnelle Bildfolgen (Serienbilder), mit kurzer Belichtungszeit und dazu noch scharf (leistungsfähiger Autofokus) fotografieren zu können. Auch dazu kann ich mangels einschlägiger Erfahrung keine Empfehlungen abgeben.

Ähnlich verhält es sich mit Modeerscheinungen wie Selfie-Aufnahmen. Da gibt einiges mit schwenk­baren Displays etc. Auch nicht meine Welt.

Letzlich kann ich auch nichts damit anfangen, ein Foto sofort in irgendein soziales Medium zu posten. Ich will ein pic zuerst ordentlich nachbearbeiten, bevor ich es weiterschicke.

Ein Link zu Bildern, die bei teilweise schlechten Lichtverhältnissen mit der LUMIX gemacht worden sind:


Update

Es gibt jetzt auch hochpreisige Alter­nativen. Man hat versucht, statt mit größerer Blende, mit höheren ISO-Werten zu operieren. Mit Analo­gcameras musste man einen anderen Film einlegen, wenn man bei schlechtem Licht foto­grafieren wollte. Also statt 100 ASA z.B. 400 ASA. Ergebnis waren eher schwache Bilder mit unnatürlichen Farben.
Digitalcameras beherrschen mittler­weile verschiedene ISO-Stufen und stellen auch automatisch auf höhere Empfindlichkeit um. Bisher waren pics mit höherer Sensor­empfindlichkeit durch Grobkörnigkeit und Bild­rauschen gekennzeichnet.
Nun gibt es neue Apparate, die diesen Mangel mit großem CMOS-Sensor und vergleichsweise bescheidenen Pixel (z.B. 12 MP) ausgleichen.
Ein Beispiel ist die Sony α7s (Preis ohne Objektiv ca. 2300 Euro)
Laut Testbericht "...zeigen Bilder mit ISO 3.200 nahezu kein Bildrauschen, Bilder mit ISO 12.800 sind meist sehr gut nutz­bar und im Extrem­fall kann man sogar ISO 51.200 noch verwenden..."
Die Sony hat theoretisch eine noch viel höhere Empfindlichkeit: bis zu ISO 409.600!

Ich habe die Sony nicht getestet, habe aber Bilder gesehen, die wirklich gut waren - trotz Blenden­maximum von 4.0! Die Aufnahmen werden mit hoher Empfindlichkeit gespeichert und das Bild­rauschen wird durch Einsatz moderner Technolgien verhindert.

Update 2

Inzwischen gibt es eine Bridge-Kamera von Panasonic, die Lumix_DMC-FZ200, die eine nähere Betrachtung wert ist. Der Preis ist mit rund 300 Euro vergleichsweise moderat!

Update 3

Ich habe mich nun doch entschlossen, zusätzlich eine Kamera mit einem starken Zoom anzuschaffen. Auf die Gefahr hin, dass man diese Website als von Panasonic gesponsert einstuft (was definitiv nicht der Fall ist), gebe ich meine Kauf­ent­scheidung bekannt: Panasonic Lumix DC-TZ81. Preis: rund 330 Euro! AbbilungKamera

Sie hat 30-fach-Zoom und ist ähnlich klein und fast hosentaschentauglich, hat aber einen kleineren Sensor als die LX7. Lichtstärke des Objektivs ist im Normalbereich - als Zweitkamera neben der lichtstarken LX7 ist das kein Nachteil.

Von den Zusatzfeatures gefällt vor allem die Panorama-Aufnahme, die natürlich nur bei ausgewogenen Lichtverhältnissen sinnvoll eingesetzt werden kann. Die Bilder werden automatisch zusammengefügt! 4K-Video ist toll, für meine Zwecke aber gar nicht notwendig. Allerdings kann man aus den Videos auch brauchbare Einzelbilder heraus­schneiden. Postfokus habe ich bisher noch nicht eingesetzt.

Fast ident ist die Panasonic Lumix DC-TZ91 - Unterschied: sie hat einen schwenk­baren Monitor für Selfies. (Preis: ca 380 Euro)

Eine Bekannte hat sich (angesteckt von meiner LUMIX-Euphorie) ein Kompromiss­modell zugelegt: die Panasonic Lumix TZ101. Die Lichtstärke beginnt mit 1:2,8, sie hat 10fach-Zoom und einen größeren Sensor. Preis: ca 570 Euro.

Nachbearbeitung

Wie wichtig eine nachträgliche Bearbeitung sein kann, sieht man deutlich an den neben­stehenden Beispiel­bildern. Die in Fotoapparaten oder Smartphones inte­grierten Filter reichen nicht aus.

Doch es gibt zahlreiche kosten­lose Tools, mit denen man Bilder verschönen kann. Teure Software - wie beispielsweise Photoshop - ist meiner Meinung nach unnötig.


Infos zur Bildbearbeitung:



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