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China Südchina

Die Route: Hongkong,Kanton,Guilin,Yangshuo

Ein Reisebericht über eine geführte Reise
Zeichenerklärung: Höhepunkt =Höhepunkte der Reise
Südchina 31.Oktober 2000 - 11. November 2000

Flug mit Lauda Boeing 777


Am Abend des 31. Oktober beginnt einer der bequemsten Flüge, die ich je erlebt habe. Mit einer nur zu einem Viertel besetzten Boeing 777 geht's direkt von Wien nach Hongkong. Hongkong gehört zwar nicht mehr zu den Destinationen der Lauda Air, doch soll das Flugzeug dort gewartet werden. Drei Reisegruppen vom gleichen Veranstalter (zwei davon machen noch zusätzlich Macao und Shanghai) sind die einzigen Gäste dieses Sonderfluges, bei dem jeder eine Sitzreihe für sich hat und einen Teil des doch recht langen Fluges (12 Stunden hin und 13 Stunden zurück) in Morpheus Armen verbringen kann.

Geldwechsel In Hongkong zahlt man mit Hongkongdollar, in China mit Yuan. Man muss nicht unbedingt in Wien US-$ kaufen. In Hongkong und auch in China kann man in den meisten Banken auch Schilling einwechseln. (Nicht aber im Hotel). Kreditkarten sind in Hongkong sehr üblich, in China nur in sehr guten Hotels, sonst gar nicht.
In China gibt's überall den gleichen Wechselkurs, in Hongkong wird neben unterschiedlichen Kursen aber oft eine hohe (100 ATS) Mindestgebühr verlangt, was sich bei kleinen Beträgen stark auswirkt. Günstig war es, bei der Reiseleiterin zu wechseln oder in Kolon (aber auch nur unter Beachtung der mindestens anfallenden Gebühr).

Hongkong im 20. Jhdt.
Weitere Informationen über Hongkong:

Geschichte, Wirtschaft, Bevölkerung...

Reisebericht Karsten Rau

Fotosammlung Manfred Koch

Fotosammlung Klaus Schiessel

Webcam

Den Briten diente Hongkong während des Opiumkrieges mit China (1840-1842) als Marinestützpunkt. Im Anschluss an den Krieg mussten die Chinesen das Gebiet an Großbritannien abtreten. 1898 pachteten die Briten für einen Zeitraum von 99 Jahren die New Territories und die über 200 umliegenden Inseln. Nach der Gründung der Volksrepublik China (1912) nutzten zahlreiche politisch verfolgte Festlandchinesen die britische Kronkolonie als Zufluchtsort. In Folge des Krieges zwischen Japan und China flüchteten 1937 des weiteren Hunderttausende von Chinesen nach Hongkong. Im 2. Weltkrieg war Hongkong von 1941 bis 1945 unter japanischer Herrschaft. Aufgrund des Chinesischen Bürgerkrieges von 1945 bis 1949 und des Vietnamkrieges kamen weitere Flüchtlinge nach Hongkong, die den ohnehin schon großen Bevölkerungsdruck, der auch heute noch eines der drängendsten Probleme ist, weiter verschärften. In der Nachkriegszeit entwickelte sich Hongkong zu einem der weltweit bedeutendsten Zentren der Fertigungsindustrie, des Handels und des Finanzwesens mit kontinuierlichem Wirtschaftswachstum. Schon 1982 begannen chinesisch-britische Gespräche über die Zukunft Hongkongs nach dem Auslaufen des Pachtvertrages. Zum 1. Juli 1997 wurde Hongkong von Großbritannien an China übergeben und heißt seitdem "Besonderes Chinesisches Verwaltungsgebiet Hongkong". Mindestens 50 Jahre lang soll das eigene Rechts-, Gesellschafts- und Wirtschaftssystem gewahrt bleiben. China übernimmt die Verantwortung für auswärtige Angelegenheiten und die Verteidigung des Gebiets.
Quelle:http://www.unet.univie.ac.at/

Hongkong

Hongkong bei Nacht 19KB Die ehemalige britische Kronkolonie, jetzt Sonderverwaltungsgebiet Chinas, erreichen wir am Abend (Lokalzeit + 7Stunden) des 1.November. Neben einer ständigen österreichischen Begleitung unseres Reisebüros empfängt uns eine wirklich gut deutsch sprechende Lokalführerin. Das Angebot für 40 US$ (dzt. mehr als 600 ATS) eine nächtliche Rundfahrt durch Hongkong mit Abendessen auf einem Schiff zu buchen, nimmt ein grosser Teil der Reisenden in Anspruch, weil man ja -gerade erst angekommen - nicht unbedingt gleich selbst ein Abendvergnügen organisieren kann oder will. (Siehe auch Kasten Preise in China und in Hongkong)

Preise in China und in Hongkong China ist billig, Hongkong ist teuer. Und man wird geneppt. Restaurantschiffe sind z.B. extrem teuer. Teuer sind auch Alkohol und Zigaretten. Eine Flasche Bier auf dem Kreuzfahrtschiff kostet ca. 90 ATS! Ich habs aber auch geschafft, in einem gewöhnlichen Speiselokal in Kolon fast genausoviel zu bezahlen.
Die Hotelpreise sind auch nicht ohne. Während das (kleinere) Zimmer in Hongkong lt. Aushang auf ca 3000 ATS kommt, sind die durchwegs besseren Hotels in China mit ca. 1000 ATS deutlich günstiger.
In Hongkong kann man, wenn man weiss, was man kaufen kann, allerdings auch Schnäppchen heimbringen. So bezahle ich für eine Jean 60 ATS und für einen Ledergürtel 40 ATS. Vorsicht ist bei Videoprodukten geboten: Abgesehen davon, dass es sich nur um Raubpressungen handeln kann, ist das VCD-Format, allen Beteuerungen zum Trotz auf einem CD-ROM Laufwerk nicht unbedingt abspielbar.

Die nächtliche Rundfahrt geht dann, vorbei an der von den Einheimischen hoch geschätzten Pferderennbahn (Verkehrschaos wegen eines gerade beginnenden Rennens) und den Nobelvillen der (wenigen) Superreichen, auf den Peek. Eine wunderbare Aussicht auf das beleuchtete Hongkong. Anschliessend gibts eine Hafenrundfahrt auf einem Restaurantschiff mit einem wirklich vorzüglichen Buffet. Um die beeindruckende Aussicht zu fotografieren, ist diese Fahrt aber nicht geeignet, da sich das Schiff natürlich ständig bewegt. Allenfalls kann man mit lichtstarken Videokameras gute Bilder einfangen.

Kanton (Guangzhou)

Am nächsten Morgen fährt unsere Gruppe mit einem IC-ähnlichen Zug (ca. 200 km in 2 Stunden) nach Kanton. Die Einreise nach China (Die Sonderverwaltungszonen gelten als befreundetes Ausland) erfolgt mit einem Gruppenvisum.

Informationen über die VR China

Fischer Weltalmanach

Landkarte, Geschichte, Regierung

Wirtschaftsinformationen

Fotosammlung

China ist der volkreichste Staat der Erde (über 1 Mrd. Einwohner). 94% bekennen sich zum Buddhismus und zur Lehre des Konfuzius .

China besteht aus 23 Provinzen (einschließlich Taiwan, das von der VR China als 23. Provinz betrachtet wird), 5 autonomen Regionen, 4 Stadtbezirke; außerdem 147 territorialen Einheiten mit regionaler Autonomie, 56 Volksgruppen, deren bedeutendste die "Han" ist. Weitere Minderheiten: Zhuang, Uygur, Hui, Yi, Tibetaner, Miao, Manchu, Mongolen, Buyi, Koreaner...

Wirtschaftlich ist China nach wie vor als Agrarstaat zu betrachten.


In Kanton (eigentlich heisst nur die Provinz Kanton und die Stadt selbst heisst Guangzhou), empfängt uns wieder ein lokaler Reiseleiter und noch einer, der uns durch China (bis zur Ausreise nach Hongkong) begleiten wird.

Unser erstes Ziel ist der Chen-Ahnentempel. Chen ist in China ein häufiger Name, so wie bei uns Maier oder Huber. Die Träger des Namens Chen - obwohl grossteils nicht miteinander verwandt -haben den Tempel finanziert. Es handelt sich nicht um echte historische, mehrere hundert oder tausend Jahre alte Gebäude Tempel der 6 Banyan-Bäume -12KB und Kunstgegenstände. Der übrigens hübsch anzusehende Tempel ist etwa 100 Jahre alt (1894 fertiggestellt) und ist altersmässig mit den klassizistischen Gebäuden auf unserer Ringstrasse zu vergleichen.

Der "Tempel der 6 Banyanbäume", den unsere Gruppe als nächstes besichtigt, ist wirklich historisch: gegründet im 6.Jhdt., Pagode (dzt. eingerüstet mit einem Gerüst aus Bambus!) aus dem 11. Jhdt. Der Tempel beherbergt drei riesige Buddhhas aus Messing (vergoldet). In der Ahnenhalle werden kleine Gedenktäfelchen im Falle des Todes enthüllt. Dort überbringen dann die Angehörigen Opfergaben für die Verstorbenen.

Zum Abschluss des Tages sehen wir die "Dr. Sun Yat-sen Gedenkhalle" (1929 erbaut). Ein monumentaler Bau zu Ehren des Republikgründers mit einem Veranstaltungsraum für 5000 Menschen (beste Akustik). Eine Gelegenheit für einen zeitgeschichtlichenVortrag des Reiseleiters. (siehe Kasten Guangzhou)

Guangzhou Im 17.Jhdt. kamen die Portugiesen, dann Engländer und Franzosen. Insel Shamian: europäische Enklave jenseits des Perl-Flusses - "Betreten für Hunde und Chinesen verboten" stand auf einem Schild.
1856: Zerstörung der Stadt im "Opiumkrieg".
Wiege der Revolution: Hong Xiuquan und Sun-Yat-sen stammen aus der Umgebung von Guangzhou. Prominte Absolventen der Whampoa Militärakademie: Tschiang-Kai-scheck und Tschou en Lai.


Freimarkt QingPing -18KB Freimarkt QingPing -18KB

Am folgenden Tag besuchen wir die Insel Shamian und den "Qing-Ping-Freimarkt". Höhepunkt Hier wird alles Essbare (und das ist in China weit mehr als bei uns - siehe auch Kasten Essen) feilgeboten.

Mangels geeigneter Kühlmöglichkeiten bevorzugt der Chinese lebende oder erst beim Kauf geschlachtete Tiere zu erwerben.

Essen Die Chinesen essen alles, was fliegt und kein Flugzeug ist, alles, was sich auf der Erde bewegt und kein Auto ist und alles was schwimmt und kein Schiff ist. So hat es unser lokaler Reiseleiter erklärt und so ist auch das Angebot an Waren am Qing-Ping-Markt. In den Hotels bekommt man die "besonderen Delikatessen" sicher nicht ungefragt, zum einen sind sie teuer und zum anderen ist dem Management bekannt, dass Schlangen, Ratten, Hunde, Katzen, Käfer, Würmer und ähnliches Getier von den Langnasen (wie Ausländer von den Chinesen genannt werden) als nicht essbar angesehen werden. Doch kann es vorkommen, dass man z.B. Kuttelfleck serviert bekommt.
Man isst immer zu mehreren, sodass ausreichende Auswahl an Speisen besteht. Eigenartig: Suppe wird eher gegen Ende der Mahlzeit serviert, ebenso Reis.
Den meisten Reisenden hat das Essen gut bis vorzüglich geschmeckt. Nur zwei junge Mädchen haben sich ihren Hunger bis zum nächsten Burger King oder McDonald aufgehoben. Ich persönlich habe nach ein zwei Tagen Gewöhnung die Verpflegung voll akzeptieren können. Für das Essen mit Stäbchen habe ich etwas länger gebraucht. Dafür kann man schlürfen und herumpatzen. Daran konnte ich mich nicht gewöhnen: Essensreste legt man auf den Tisch oder wirft sie auf den Boden.

Foshan

Am Nachmittag wird der daoistische Ahnentempel in Foshan besucht. Eigentlich findet hier keine Ahnenverehrung statt, sondern der Tempel ist dem Gott Beidi (Wassergott - Überschwemmungsgefahr Perlfluss) gewidmet.

Am Abend fliegen wir mit einer lokalen Fluglinie nach

Guilin

Obwohl wir von einem Inlandsflug kommen, gibts auch hier eine Pass- und Visumkontrolle.

Gleich der erste Ausflug nach Longsheng Höhepunkt kann als besonders schön eingestuft werden. Um in das Dorf zu gelangen, fahren wir das letzte Stück mit zwei Kleinbussen. (Ganz entzückende zusätzliche Lokalführerin im Minibus, die uns Lieder ihrer Volksgruppe vorsingt - die könnte auch als Sängerin Karriere machen!)
In Longsheng leben mehrere Minderheiten, die grösste Gruppe sind die Zhuang. In ganz China gibt es 55 Minoritäten, die verschiedene Privilegien geniessen (z.B. steuerliche oder auch die Erlaubnis mehr als 1 Kind zu haben). In Longsheng, einer Ansammlung von einem Dutzend Holzhäusern gibts für uns ein einheimisches Mittagessen, serviert von Mädchen in Trachten. Also ist hier der Tourismus auch schon eingezogen! Man sieht das auch daran, dass auf den Aussichtsberg, den wir nach dem Mittagessen besteigen, gerade eine Strasse gebaut wird. Die Landschaft (Wanderung 1/2 Stunde) erinnert doch etwas an die Alpen, nur gibts hier Bananenstauden und Reisterassen. Eine herrliche Aussicht!
Beim Abstieg komme ich mit zwei Australierinnen ins Gespräch, die bereits seit einem halben Jahr durch China trampen. Lastentransport 19KBK Auch Chinesen können übrigens im Land frei reisen, nur nicht in die Sonderverwaltungszonen und den Weg ins westliche Ausland versperrt nicht die chinesische Regierung, sondern das jeweilige Zielland durch Visumbestimmungen, informiert uns der Lokalführer.

Da wir einige zusätzliche Fotostops eingelegt haben, kommen wir nicht wie geplant am Nachmittag, sondern erst am Abend zurück nach Guilin.


Am nächsten Tag folgt eine halbtägige Stadtbesichtigung von Gullin. Höhepunkt Der "Fubo Berg" ist einer jener bewachsenen Karsthügel, die das typische Landschaftsbild dieser Gegend darstellen. Er bietet eine wirklich beeindruckende Aussicht auf die Stadt, den Li-Fluss und andere ähnlich malerische Hügel.
Der "Elefantenrüsselberg" ist ein ähnlicher Felsen (weniger hoch), mit einem Loch direkt am Wasser, sodass er wie ein Elefant mit Rüssel aussieht. Direkt davor stehen Models in Landestracht zum Fotografieren bereit.
Schilfrohrflötenhöhle 19KBK Die "Schilfrohrflötenhütte", eine besonders schöne der zahlreichen Tropfsteinhöhlen ist malerisch (manche sagen vielleicht kitschig) in verschiedenen Farben beleuchtet.
Den Nachmittag verbringe ich als einziger der Gruppe am Swimmingpool des Hotels, weil ich keine Lust habe zu shoppen, wie es die meisten Mitreisenden getan haben. (Innenstadt ist aus meiner Sicht uninteressant, interessanter ist die Landschaft in und um Guillin).

Am Abend geht eine grössere Anzahl von Mitreisenden in ein Strassenrestaurant essen. Da die meisten, wegen des grossen Mittagessens, keinen Hunger haben, wollen wir nur wenig Essen bestellen. Wir diskutieren, ob wir eine Art Sizler-Pfanne für drei oder vier Personen bestellen sollen. Man einigtsich auf drei und hofft, dass es reichen wird. Doch oh Schreck: Es werden drei volle Pfannen gebracht! Trotz Mithilfe weiterer Mitreisender die zufällig vorbeikommen gelingt es uns nicht mehr als 1 1/2 Pfannen zu essen. Trotzdem reissts kein Loch in unsere Brieftasche (60ATS pro Person). Daraus erkennt man zweierlei: Essen ist in China sehr billig, als Ausländer kann man sich überhaupt nicht verständlich machen. (Ausserhalb der Tourismusbetriebe wird überhaupt keine Fremdsprache, nicht einmal Englisch, gesprochen). Siehe auch Kasten Essen

Schiffahrt auf dem Li-Fluss

Höhepunkt Fahrt auf dem Li Fluss 19KB Das ist der absolute Höhepunkt der Reise: Die halbtägige Fahrt - bei traumhaftem Wetter - auf dem Li-Fluss nach Yangshuo. Die einzigartige Landschaft wird von den berühmten Karstkegeln dominiert. Man fährt auf Restaurantbooten, auf denen Mittagessen serviert wird. Eigentlich schade, da man während des Essens einen Teil der schönen Aussicht nicht ungestört geniessen kann.

Yangshuo

Höhepunkt Hier am Endpunkt der Flussfahrt ist das touristische Eldorado. Ein Städtchen mit Flair, wie in den 60-er Jahren. Nette kleine Beisel, überschaubare Grösse des Ortes. Hier passt einfach alles.

In unserem Hotel haben (Fotos in der Lobby belegen das) schon alle möglichen Staatsoberhäupter und Regierungsschefs logiert. Clinton , Reagan, Chirac, Klestil ...

Gleich nach unserer Ankunft organisiert unser Lokalführer (100 ATS) Mit dem TukTuk in die Umgebung von Yangshuo19KBK eine zweistündige Fahrt mit Tuk-Tuks (Motor-Rikschas) in die nähere Umgebung. Landschaftlich sehr reizvoll! Ein Spaziergang durch ein Dorf wird mit der zeit zum Spiessroutenlauf: Immer mehr Dorfbewohner ziehen einer Karawane gleich mit uns durch die Gassen um uns Holzgegenstände, Textilwaren, Ansichtskarten der Münzen zu verkaufen.

Am Abend gibts ein Strassenfest, eigens von unserem Veranstalter organisiert. Da wir schon zu Mittag auf dem Schiff gegessen haben und ein lukullischs vielgängiges Mahl für uns vorbereitet ist, stellt das mehr als die erwartete Halbpension dar. Beim Strassenfest treten verschiedene Volksgruppen in ihren Trachten mit Tanz und Gesang auf. Auch das ist eine Zusatzleistung, die normalerweise extra zu bezahlen ist. So ist auch der Ausklang des Abends ein ebensolcher Höhepunkt, wie am Vormittag die Schiffahrt. Leider fällt die geplante Bootsfahrt mit den Kormoranfischern dem langen Abend zum Opfer. Das ist aber wirklich der einzige Wermutstropfen.

Mehr über Yangshuo

Am nächsten Morgen fahren wir (leider - in Yangshuo hätt ichs länger ausgehalten) Richtung Guilin zurück. Auf dem Weg dorthin machen wir Station beim Mondberg. Diesen Hügel, der seinen Namen einem halbmondförmigen Loch verdankt, besteigen wir auch (ein Grossteil der Gruppe). Dabei machen wir wieder Bekanntschaft mit lästigen Händlern, die uns den ganzen Weg begleiten und ständig Getränke, Ansichtskarten etc. anbieten. Das ist in China (wie anderswo auch) nur dort so, wo schon der Tourismus die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung darstellt. Jeder möchte halt ein Stück vom Kuchen haben.

Eine weitere Station gibts beim 1300 Jahre alten Banyanbaum. Eine kurze Fahrt auf einem Bambusfloss kostet 6 ATS, das bietet zwar nicht viel, aber den Flossbesitzern hilfts sicherlich. Auf der Strecke wird noch bei zum Trocknen aufgelegten Khakifrüchten angehalten, sowie bei einem "Kunstdorf", das alten chinesischen Dörfern nachgebildet ist.


Geburt, Leben und Tod Chinesische Familien dürfen nur mehr ein einziges Kind haben. Ausnahmen gibt es für Minoritäten und am Land, wo es auch schwer zu kontrollieren ist, wieviele Kinder grossgezogen werden. Speziell am Land gibt es sogenannte "schwarze Kinder" die nicht registriert wurden, aber in der Landwirtschaft helfen sollen.

Mädchen sind wenig gefragt und werden oft abgetrieben oder zur Adoption (aus Hongkong bekannt: 30.000 US $) ins Ausland freigegeben.

Die Einkommen in China liegen bei 3000-4000 ATS monatlich. Wohnungen werden nicht mehr vom Staat gestellt, sondern müssen (eventuell auf Raten) erworben werden. Manche Firmen unterstützen Ihre langjährigen Mitarbeiter mit günstigen Betriebswohnungen.

Verstorbene sollen (Platzmangel) eingeäschert werden, trotzdem gibt es Friedhöfe mit neuen Gräbern. Eigenartigerweise sind die (runden) Gräber nur mit jeweils einer Person belegt.

Bis hierher hatten wir strahlend schönes Wetter - keine einzige Wolke war bisher zu sehen gewesen. Heute, wo es mit ein österreichischen) Doppelmayer-Lift auf den Aussichtsberg Yao gehen soll, zeigt sich der Himmel bedeckt. Wir besuchen daher zuerst die Ming-Grabanlage und einen Friedhof in der Umgebung. Leider reisst die Wolkendecke nicht auf, sodass wir gemeinsam beschliessen ein Ersatzprogramm, die Besichtigung eines einheimischen Dorfes (kein "Kunstdorf") zu absolvieren.

Am Abend fliegen wir mit dr Dragon-Air wieder nach

Hongkong

Peektram 19KBK Spät am Abend treffen wir wieder in unserem Hotel, das wir am Anfang der Reise hatten, ein.

Bei Tag stellt sich die Stadt als eine wenig lebenswerte Ansammlung von Hochhäusern dar. Immerhin wohnen dort genausoviel Menschen, wie in Österreich, nur auf viel engerem Raum.

Die Stadtrundfahrt führt uns wieder auf den Victoria-Peak (diesmal bei Tageslicht, aber mit wegen wolkigem Wetter etwas eingeschränkter Sicht - kurz hats sogar leicht geregnet -). An der Südküste (Repulse Bay) gibt es direkt am Strand einen zeitgenössischen Tempel mit allerhand glückbringenden Göttern aus doistischem und buddhistem Glauben. (Schön bunt zum Fotografieren). Aberdeen und der Fischmarkt ist die nächste Station. Die Sampan-Rundfahrt auf dem Hafenbecken ist fakultativ und kostet stolze 200 ATS. Relativ viel, wenn man gerade aus der Volksrepublik kommt und die dortigen Preise noch im Kopf hat. Sehenswert ist es allemal, obwohl Mitreisende, die schon einmal hier waren, versichern, dass sie sehr enttäuscht waren, weil sich alle zum Schlechteren gewandelt hat. Aberdeen 19KBK

Am Abend machen (glaube ich) alle einen Abstecher zum Nachtmarkt (siehe auch Kasten Preise in Kolon. Ich benutze dazu die Strassenbahn (Stockwaggon) und die "Star-Ferry" um das Hafenbecken zu überqueren. Leider nehmen wir die falsche Fähre, die weiter westlich ihre Anlegestelle hat (ich habe mich auf Mitreisende, die schon einmal hier waren verlassen). Obwohl Ausländern das Fahren mit den verwirrend vielen Bussen nicht zugetraut wird, schaffe ich es doch (nach ausgiebeigem Fragen) den richtigen Bus zu erwischen. Immerhin kann hier - im Gegensatzt zur Volksrepublik - fast jeder Englisch.

Der letzte Tag der Reise ist ohne Programm. Ich fahre nochmals mit der Strassenbahn ins Zentrum und mit diesmal mit der Peektram auf den Victoria-Peak Nachtmarkt. Das Wetter ist diesmal besser und die Sicht klar. Mit der U-Bahn fahre ich dann nochmals nach Kolon , Bummel in den Strassen und an der Promenade am Hafen. Dann wieder zurück mit der Fähre ins Zentrum, wo die grossen Banken und Industriefirmen mit Hochhäusern vertreten sind. Eine Fahrt mit der längstenRolltreppe der Welt und ein Besuch beim Man-Mo-Tempel, der für seine dort ansässigen Wahrsager bekannt ist.

Und schon ist der Urlaub zu Ende. Mit ausgiebiger Verspätung und viel Gegenwind fliegen wir (wieder jeder mit ausreichend Platz zum Schlafen) nach Hause.


Bewertung:

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