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NEPAL

Freitag den 13. Dezember 1991 beginnt diese Reise. Wegen Nebel in Frankfurt startet die Lufthansa-Maschine mit etwas Verspätung. Dieser Nebel hat aber auf den Großflughafen Frankfurt beträchtliche Auswirkungen. Da weder Starts noch Landungen in den Morgenstunden möglich waren, wollen jetzt alle gleichzeitig ihre Bestimmungsorte erreichen. Die vier Anzeigetafeln auf dem Flughafen reichen gerade dazu aus, die Maschinen, die in der nächsten Viertelstunde für den Start vorgesehen sind, anzuzeigen. Dementsprechend groß ist auch der Andrang bei den Auskunftsstellen. Allerdings wissen auch die Auskunftsstellen nur über die Flüge der nächsten halben Stunde Bescheid.

Nie wieder über Frankfurt! Frankfurt scheint unter den Flughäfen das zu sein, was das AKH unter den Krankenhäusern ist.

Wir starten von Frankfurt mit rund 5 Stunden Verspätung, weil die Air India-Maschine in Frankfurt nicht landen konnte, und die neue Crew erst dorthin gebracht werden mußte.

Die I. Klasse in der "Air India" ist sehr bequem. Zum ersten Mal kann ich in einem Flugzeug richtig schlafen. Das Service der "Air India" ist eher schwach, es gibt nicht einmal ein Frühstück. Am 14. November um 7.00 Uhr morgens kommen wir in Dehli an, doch auf dem Förderband befindet sich nur einer unserer beiden Koffer. Das, obwohl wir in Frankfurt beide Koffer noch beim Einladen in den Container (Security-Check) beobachtet haben. Weiteren 15 bis 20 Reisenden ergeht es ähnlich. Auch Ihre Koffer sind nicht dabei und müssen wahrscheinlich nach Bombay fliegen, obwohl sie sich direkt vor unserer Nase im Flugzeugrumpf befinden. Wir müssen uns beeilen, die ganzen Formalitäten wegen des verlorenen Koffers zu erledigen, denn unser Anschlußflug nach Kathmandu ist durch die Verspätung eher knapp. Glücklicherweise bekommen wir ohne Probleme diesen Flug, obwohl das Reisebüro R., bei dem wir die Flüge gebucht haben, nur bis Dehli die Rückbestätigungen durchgeführt hat und nicht bis Kathmandu. Daraus habe ich folgendes gelernt: Vom Reisebüro immer einen sogenannten "Outprint" der Flugbuchungen geben lassen. Nur dann, wenn alle Flüge auf einem Papier untereinander aufgelistet sind, ist die Gewähr gegeben, daß die Buchung von der Fluglinie nicht kurzerhand gestrichen wird.

Auch die "Royal-Nepal-Airlines" nach Kathmandu hat etwas Verspätung, allerdings nicht viel, sodaß wir am Nachmittag bereits in der Hauptstadt Nepal's ankommen. Wir fahren ins Hotel "Anapurna", das mir von meiner letzten Nepalreise vor 6 Jahren in angenehmer Erinnerung gewesen ist. Inzwischen ist es aber von der indischen Taj-Gruppe gekauft worden, und ist nur mehr teuer - sonst gar nichts. Aus der Dusche kommt nur kaltes Wasser, aus dem Badewannenhahn dagegen nur brennend heißes Wasser, mischen läßt sich nichts. Übereifrige Diener stören regelmäßig dann, wenn man sie am wenigsten brauchen kann. Sie bringen frisches Wasser oder neue Handtücher prinzipiell nur, wenn man sich im Zimmer befindet. Vielleicht mag das bei manchen Reisenden der Auslöser sein,jedesmal ein Trinkgeld zu geben, bei mir bewirkt es genau das Gegenteil. Stattlich ist dagegen der Preis. Für das Doppelzimmer müssen wir immerhin S 1.400,-- pro Nacht hinlegen. Wenn man bedenkt, daß ein nepalesischer Straßenarbeiter ca. 100 Tage (d.h. mindestens 3 Monate täglich) arbeiten muß, um soviel zu verdienen, erscheint dieser Betrag besonders unangemessen hoch.

Der erste Weg führt uns dann,.wegen des verlorenen Koffers zur "Air India". Laut Auskunft des "Air India"-Bediensteten in Dehli sollen wir dem Büro in Kathmandu bekanntgeben, in welchem Hotel wir wohnen, damit der Koffer nachgesendet werden kann. Das "Air India"-Büro in Kathmandu ist aber geschlossen. Hier ist nämlich Samstag Feiertag. Vom Hotel aus rufe ich daher sofort in Dehli an, bekomme aber nur die Auskunft, daß ich am Montag in der Früh wieder anrufen soll. Dazu muß man wissen, in Nepal ist Samstag Feiertag, in Indien Sonntag.

Trotz allem beginnen wir jetzt am späten Nachmittag mit einem Stadtbummel in Kathmandu. Die Innenstadt von Kathmandu ist gleich ums Eck (deshalb haben wir auch dieses teure Hotel ausgesucht), und wir stürzen uns in das Gewühl der immer noch mitteralterlich anmutenden Gäßchen rund um den Durbar-Square. Besonders wenn man direkt aus Europa kommt, ist der Kontrast auffallend. In den engen Gassen tummeln sich Rikschas, Fahrräder, Motorrikschas, ja manchmal selbst Autos gemeinsam mit einer Unmenge von Fußgängern. In den letzten 6 Jahren hat sich das Stadtbild, vor allem hinsichtlich der Anzahl der Händler verändert. Waren damals nur wenige touristische Verkaufsläden etabliert, so haben sich in der Zwischenzeit zahlreiche geschäftstüchtige Nepalesen darauf spezialisiert, aus dem Tourismus Geld zu schlagen. Als Europäer wird man alle 5 Meter angesprochen und auf irgendwelche Teppiche, Schmuckstücke,Tankas, Holzschnitzereien und anderen Touristen-Kram hingewiesen.

Abends essen wir erstmals in einer kleinen Kneipe und erkennen neuerlich, wie kraß der Preisunterschied zu den großen Hotels ist. Obwohl die Gasthäuser, die wir besuchen, nicht jene sind, die die armen Einheimischen frequentieren, kommt man doch zu zweit mit einem mehrgängigen Essen und mit Getränken, nur auf S 70,-- bis max. S 150,-- für eine Mahlzeit. Dabei ist das Bier meistens teurer als das ganze Essen.

In der darauffolgenden Nacht schlafen wir 12 Stunden! Die Flugreise hat sich also doch bemerkbar gemacht. Gleich um 9.00 Uhr in der Früh gehen wir wieder zur "Air India". Zuerst will mir der Beamte dort erklären, er hat keine Nachricht und ich solle ein anderes Mal wiederkommen. Leicht wütend erkläre ich ihm, daß er keine Nachricht haben kann, weil das Büro in Dehli eine Nachricht von mir über Ort und Hotel haben möchte, um den Koffer nachsenden zu können. Auch dieser "Air India"-Mann überschlägt sich nicht an Fleiß: Er weist mich darauf hin, daß der Koffer auf keinen Fall ins Hotel zugestellt werden kann, weil ich mir den selbst vom Flughafen holen muß - angeblich wegen des Zolls.

Schließlich sendet er doch ein kurzes Fernschreiben an das "Air India"-Büro in Dehli. Ich trage inzwischen Socken, die mir um 3 Nummern zu klein sind, und Damenunterwäsche, in die, wie man sich vorstellen kann, nicht alles hineinpaßt.

Wir lassen uns nicht verdrießen und fahren mit dem Taxi zur Tempelanlage von "Swayambhunat", dem ältesten und bedeutendsten Heiligtum Nepals. Dort steht jene Stupa mit dem Goldenen Turm und den Buddhaaugen auf der weißen Halbkugel, die in fast allen Nepalbüchern einen zentralen Platz einnimmt. Das Heiligtum befindet sich auf einem Hügel (365 Stufen führen hinauf), und neben der Hauptstupa befinden sich einige Schreine und Nebentempel, ein tibetisches Kloster und auch ein Dorje, mit dessen Hilfe man im Tantrismus die Götter herbeizaubern kann. Nicht nur Touristen finden den Weg hierher, tatsächlich wird dieses Heiligtum auch als Kultstätte eifrig verwendet. Überhaupt hat die Religion in Nepal einen Stellenwert, den wir uns in Europa nicht vorstellen können.

Bei unserem nächsten Ziel, der alten Stadt Patan sehen wir es wieder: An jeder Ecke befindet sich ein Tempel, in vielen Höfen sind Tempelanlagen, viele Häuser sind mit religiösen Reliefs versehen (hinduistische und buddhistische Gottheiten - beide Religionen sind hier stark miteinander verflochten). In Tempeln spielen Kinder, Ziegen fressen geopferte Blumen, manche Tempel wurden in Geschäfte oder Speiselokale umgewandelt.

Patan ist noch ursprünglicher als Kathmandu und man wird, wenn man hier am Durbar-Square steht, von der Vielzahl der Tempel neuerlich überrascht. Der Haupttempel ist hier der Krishna-Mandir, ein vierstöckiger buddhistischer Steintempel. Wir schlendern Richtung Norden, und als weiterer Höhepunkt finden wir den "Goldenen Tempel", ein ehemaliges Kloster, dessen Hof mit Lederschuhen nicht betreten werden darf. Besonders beeindruckend sind die vergoldeten Dächer und zahlreiche Bronzestatuen.

Wir kehren wieder zum Hauptplatz zurück, vorbei am Königspalast und an der Garuda-Statue, und finden im ersten Stock am Hauptplatz ein Speiselokal. Nach dem Mittagessen besuchen wir noch zwei weitere Tempel (Machhendranath-Tempel, Minanatha-Pagode) etwas weiter südlich. Doch damit haben wir noch nicht alles von Patan gesehen, wir werden hierher noch einmal zurückkehren.

Für unsere Ausflüge nehmen wir uns immer ein Taxi, das je nach Entfernung, praktisch für den ganzen Tag, zwischen S 180,-- und S 270,-- kostet (Bezahlung in Dollar).

Am nächsten Tag fahren wir zum Vararasi Nepals, nämlich nach Pashupatinat. Der Fluß Bagmati stellt für die Nepalesen ungefähr dasselbe dar, wie der Ganges für die Inder. Es werden dort die Toten verbrannt und deren Asche in den Fluß gespült. So sieht das Wasser auch aus! In diesem Wasser werden dann auch die rituellen Waschungen durchgeführt. Wir steigen auf den gegenüberliegenden Hügel, um das bunte Treiben beobachten zu können. Eine Horde Affen begegnet uns, die ich versuche beim Wassertrinken an einem Brunnen zu fotografieren. Als nächstes geht es nach "Bodnath",wo eine Stupa steht, die der von "Swayambhunat" ziemlich ähnlich sieht. Sie befindet sich allerdings nicht auf einem Hügel, und sie ist auch nicht so stark von Gläubigen frequentiert, wie die in "Swayambhunat". Von dort fahren wir nach Budhanilkanta um den schlafenden Buddha, eine Steinskulptur, die inmitten eines Teiches gelegen ist, zu besichtigen. Da uns noch etwas Zeit bleibt, fahren wir auf einen Aussichtsberg (Kakani), der ca. 2000 m hoch liegt und von dem man eine ausgezeichnete Sicht auf die rund 8000 m hohen Berge Nepals hat. Wir warten bis zum Sonnenuntergang, doch die rötliche Färbung, die uns vom Taxifahrer angekündigt worden ist, stellt sich nicht ein. Trotz Winterjacke und schönem Wetter ist das Warten auf den Sonnenuntergang eine kühle Angelegenheit.

Dienstags und samstags finden in Dakshin Kali rituelle Tieropferungen statt, die wir natürlich sehen müssen. Da sich das Ganze nur am frühen Vormittag abspielt, fahren wir zeitlich am Morgen dorthin. Es geht vorbei an ener Zementfabrik, die mit deutscher Hilfe, aber offensichtlich ohne jegliches Umweltbewußtsein errichtet worden ist, was man an der grauen Landschaft zweifelsfrei erkennen kann. In Dakshin Kali sehen wir ganz unerwartet auch eine Verbrennung einer alten Frau, näher als in Pashupatinat. Sodann beobachten wir, wie zahlreichen Hähnen der Hals durchgeschnitten wird und auch wie die Opferung eines Lammes durchgeführt wird. Zuerst wird das arme Tier gefragt, ob es mit seiner Opferung auch einverstanden sei. Zu diesem Zweck wird es mit Weihwasser besprengt, was dazu führt, daß das arme Tier das Haupt schüttelt. Bekanntlich bedeutet im asiatischen Raum das Kopfschütteln nicht "nein" sondern "ja"; damit ist das Schicksal des Tiers besiegelt. Mit einem raschen Schnitt wird ihm der Kopf vom Rumpf getrennt und das Blut schießt auf die für die Göttin Khali vorgesehene Opferstelle. Praktischerweise ist die Göttin Khali mit dem Blut zufrieden, und der Gläubige darf, nach Entrichten des Opferungsobolus, das Tier wieder mitnehmen. Es wird dann 20 m weiter seines Fells entledigt, ausgenommen, gekocht und gebraten. Rund um die Opferstätte befinden sich daher auch zahlreiche Picknickplätze, an denen die geopferten Tiere verspeist werden können, wenn sie nicht wieder nach Hause mitgenommen werden, um dort als Festmahl für die ganze Familie zu dienen. Weiter geht es dann zur Chovar-Schlucht,die in der Legenden über die Entstehung Nepals eine entscheidende Rolle spielt: Nach dieser Legende war Nepal von Wasser bedeckt, das erst durch einen Schwerthieb an dieser Stelle aus dem Kathmandutal abfließen konnte. Außer aus einer wackligen Hängebrücke über dieser Schlucht und einem kleinen Tempel ist an dieser Stelle nicht viel zu sehen. Als nächstes fahren wir zur Stadt Kirtipur,die den Beinamen Naskatipur (Stadt der Nasenlosen) trägt. Den Beinamen hat die Stadt deswegen, weil Mitte des 18. Jhd. allen männlichen Bewohnern Nasen und Ohren abgeschnitten worden sind, weil sie einem anstürmenden Gurkhakönig zu großen Widerstand entgegengesetzt hatten. Es handelt sich jedenfalls um einen sehr ursprünlichen alten Ort, der vom Tourismus noch kaum berührt ist. Vom zentral gelegenen Tempel aus gibt es einen wunderschönen Rundblick.

Fast den ganzen Nachmittag verbringen wir mit Telefonaten wegen des verlorenen Koffers, der noch immer nicht da ist, trotz Urgenz am Montag. Zwischendurch eine Stunde am Swimmingpool (es ist nur warm, wenn die Sonne scheint). Die zahlreichen Telefonate (von einer Telefonnummer wird man auf die nächste verwiesen) enden damit, daß uns "Air India" mitteilt, daß unser Koffer trotz telegrafischen Avisos nicht eingetroffen sei. "Air India" hat uns das Ganze nicht gerade sehr erleichtert. Zu Mittag hatten sie noch erklärt, der Koffer komme bestimmt heute noch, ich solle aber nicht auf den Flughafen fahren, sondern erst warten, bis ich angerufen werde, daß er da ist. Nachdem die Mittagsmaschine angekommen ist, versuche ich, weil sich niemand rührt, dort selbst anzurufen. Ich werde von einer Telefonnummer auf die andere verwiesen, und rufe auch zwischendurch immer wieder bei "Air India" an. Man gibt mir eine Telefonnummer wo kein Mensch Englisch spricht, beim nächsten Anruf wieder eine andere Telefonnummer, die sie aber offensichtlich in gleichen Raum befindet, weil wieder der selbe Mann am Apparat ist, der kein Englisch versteht. Um 16.30 Uhr teilt man mir dann mit, daß selbstverständlich nach 16.00 Uhr niemand mehr am Flughafen sei, sondern erst am nächsten Morgen.

Also wieder nichts mit dem Koffer und keine Chance ihm am nächsten Tag zu holen, da es am Mittwoch den 18. Dezember bereits Richtung Chitwan-Nationalpark geht.

Das Wetter ist schlechter geworden, und wir fahren über die denkbar miesesten Straßen, die es gibt. Dabei fährt unser Chauffeur einen Umweg, weil die Straße über den 3000 m hohen Berg noch schlechter und bei Schneelage kaum befahrbar sein soll. Nach - für meine Bandscheiben mörderischer sechsstündiger Autofahrt (ca. 150 km) - kommen wir im Machan-Tierpark an (Machan = Hochstand).

In den Nationalpark hinein bringt uns ein Elefant, auf dem wir samt Gepäck geladen werden. Es geht durch die Savanne, durch mehrere Flüsse, durch den Urwald bis zu einem Zeltlager im Wald. Dort erwartet uns eine mehr als fünfzigköpfige Crew, die uns die nächsten zwei Tage verwöhnen wird. Dabei ist das ganze gar nicht teuer. Pro Tag und Person einschließlich Vollpension und aller Aktivitäten kostet es S 600,--. Gleich nach dem Mittagessen geht es wieder hinauf auf den Elefanten. Ausgerüstet mit Teleobjektiv und hochempflindlichem Film gehen wir auf Jagd, wobei wir gleich an diesem Nachmittag das größte Tier, nämlich ein Nashorn, sehen. Im Zeltlager sind wir übrigens am ersten Tag die einzigen Gäste, am zweiten Tag werden wir 8 Personen sein. Einige 100 m weiter gibt es dann noch eine Lodge, bei der wir zu Abend essen. Es werden dort, auch das ist im Preis inbegriffen, heimische Tänze von einer Gruppe junger Burschen vorgeführt. Erst als sie uns dazu nötigen mitzutanzen, merken wir, wie schwierig diese Tänze eigentlich sind und wie rythmisch gekonnt sie von dieser Gruppe vorgeführt werden. Im doch sehr kühlen Zelt stehen ordentliche Betten, und es wartet darin ein Thermophor auf uns! Am Morgen werden wir um 6.00 Uhr gewecket, um bereits eine halbe Stunde später wieder auf dem Elefantenrücken in den Urwald zu reiten. Wir sehen verschiedenes Wildgetier, z.B. einen Barkling (das ist ein Rotwild, das wie ein Hund bellt) und einige Male einen Sambar, ein antilopenähnliches Tier. Erst danach geht es zum Frühstück. Nach dem Frühstück gibt es ein Elefantenbriefing, d.h. man erklärt uns allerhand Wissenswertes über die Elefanten, wie sie nach Nepal gekommen sind (nämlich importiert aus Indien), wie man sie fängt und wie sie trainiert werden, sowie jene Dinge, die man auch in der Schule darüber lernt: Wie sich die indischen und afrikanischen Elefanten voneinander unterscheiden (Größe, Ohren, Stoßzähne, Zehen, Kopfform etc.), wieviel sie essen, nämlich min. 600 kg am Tag, wie alt sie werden (70 bis 80 Jahre), und daß sie eine Tragzeit von 2 Jahren und eine Stillzeit von ebenfalls 2 Jahren haben. Auch das, was man in der Schule nicht lernt, erfahren wir hier: Die weiblichen Elefanten haben oberhalb des Maules auf beiden Seiten eine Öffnung, aus der in der Brunftzeit eine Flüssigkeit sickert, die als Aphrodisiakum wirkt.

Nachdem wir uns alles dieses zeigen haben lassen und auch über den Inhalt eines Elefantensandwiches aufgeklärt worden sind (Reis, Salz, Melasse, eingewickelt in Elefantengras), und daß sie wegen dieser Leckerei auch in der Monsunzeit, in der sie frei herumlaufen dürfen, regelmäßig ins Lager kommen, dürfen wir uns auch als Elefantenlenker betätigen. Zu diesem Zweck wird uns gelehrt, wie man von vorne auf den Elefanten aufsteigt. Man stellt sich auf den Rüssel des Elefanten, und dieser hebt den Rüssel bis man bequem über den Kopf auf sein Genick rutschen kann. Dort ist der Platz des Elefantenlenkers. Als Haltegriffe beim Auf- und Absteigen dienen die Ohren. Das war recht lustig und kein Vergleich zum Elefantenreiten auf dem "Touristensessel", so wie wir es bisher gemacht hatten.

Am Nachmittag gibt es eine Kanufahrt auf dem Rapti. Es handelt sich um schmale, hölzerne Kanus, in die das Wasser hineinspritzt, und in das ich mich nur ohne Kamera hineintraue. Hoffentlich wird meine einzige Hose nicht naß! Auf der Fahrt sehen wir viele Wasservögel, und nachdem wir einige Kilometer gefahren sind bringen uns die Elefanten wieder zurück zu unserem Zeltlager.

Beim Abendessen diskutieren wir mit einem Animator und einem Münchner Ehepaar die Unterschiede zwischen Europa und Nepal. Die Arbeiter, die wir an der Straße arbeiten gesehen haben, verdienen S 15,-- pro Tag, und zwar nur an den Tagen, an denen sie zur Arbeit erscheinen. Angestellte verdienen rund S 400,-- bis S 500,-- im Monat. Für die Kinder besteht keine Schulpflicht. Im Gegenteil: Für die Schule muß bezahlt werden, und zwar nicht nur Schulgeld, sondern auch die Bücher und die Schulkleidung, die einheitlich sein muß. Ab 3 Jahren gibt es so etwas ähnliches wie eine Vorschule (Kindergarten). Die Schule beginnt ab 6, wobei Privatschulen in Englisch unterrichten. Allgemein wird Englisch ab dem 10 Lebensjahr unterrichtet. Der Schulabschluß ist mit 16 und die Matura mit 20 Jahren.

Seit einem dreiviertel Jahr ist Nepal, ähnlich wie England, eine konstitutionelle Monarchie, d.h. nach der Revolution hat der König nur mehr repräsentativen Charakter. Es haben freie Wahlen stattgefunden, bei denen die Kongreßpartei über 50 % der Stimmen bekommen hat. Stark ist auch die Kommunistischen Partei. Ganz wenig Sitze hat die Monarchistische Partei. Ich erinnere mich, auch überall Wahlparolen gesehen zu haben in denen für "Tree" (Abbildung eines Baumes = Kongreßpartei), "Sun" (Abbildung einer Sonne = Kommunistische Partei) und "Cow" (Abbildung einer Kuh = Monarchistische Partei) geworben wurde. Die einfachen Symbole scheinen typisch zu sein für ein Land von Analphabeten.

Nepal beginnt jetzt Wasserkraftwerke zu errichten und bemüht sich um Industrialisierung. Ich kann mir aber nur vorstellen, daß es bis dahin noch sehr weit ist. Derzeit sind die Nepalesen nicht einmal in der Lage, eine Straße, geschweige denn eine Brücke zu errichten und brauchen dafür entweder englische, chinesische oder japanische Hilfe.

Einen interessanten Aspekt bietet die Diskussion mit dem Münchner Ehepaar: Sie zahlen 600 DM statt S 600 ,-- für einen Tag im Dschungel, weil sie bei einem Reisebüro gebucht haben.

Am Freitag, den 20. Dezember 1991, müssen wir wieder um 6.00 Uhr in der Früh aufstehen. Wir gehen zu Fuß Vögel beobachten. Dabei gibt es wenig zu sehen. Allerdings hören wir einen Leoparden ganz in der Nahe, sehen ihn allerdings nicht. Vielleicht ist das auch besser so, weil wir nicht auf dem schützenden Rücken eines Elefanten sitzen. Bei dieser Gelegenheit erklärt uns unser Führer auch, wie wir uns verhalten sollen. Und zwar: Vor Wildkatzen soll man nicht flüchten, Bären soll man Steine oder Stöcke entgegenwerfen, und vor Nashörnen soll man im Zick-Zack davonlaufen und sich am besten hinter einem Baum verstecken.

Nach dem Frühstück soll uns der Jeep wieder aus dem Urwald herausbringen, doch auf halben Weg geht ihm das Benzin aus, sodaß wir mit Gepäck zu Fuß weitermaschieren müssen. Die letzte Flußüberquerung schaffen wir nur, da es unserem Fahrer gelingt durch lautes Rufen einen Elefantenlenker auf uns aufmerksam zu machen, der uns dann mittels Elefant übers Wasser bringt. Wir fahren dann wieder mit dem Taxi, das wir gleich für mehrere Tage gemietet haben, Richtung Pokhara. Der westliche Teil der Straße ist zwar besser als der östliche Teil, der überhaupt nur eine Baustelle war (angeblich soll sie nächstes Jahr fertig sein), aber es war immer noch schlimm für mein Kreuz. Auch das Elefantenreiten hat meine Kreuzbeschwerden nicht gerade verbessert. In Pokhara will uns unser Taxifahrer unbedingt ins Hotel "Chrystal" bringen, statt in das Hotel "Sahana", das ich telefonisch vorreserviert hatte. Es ist zwar wieder das angeblich beste Hotel im Ort, aber im Prinzip ist es ein alter Kasten, und in dem Teil, in dem wir wohnen, gibt es nicht einmal eine Klimaanlage, und das Zimmer hat, wie die meisten dieser guten Hotels in Nepal, Ostblockcharakter.

Pokhara ist der Ausgangspunkt für zahlreiche Trekkings (wie hier die Bergwanderungen genannt werden) ins Anapurna-Gebiet. Es gibt Eintages-Trekkings, aber auch die Umrundung des Anapurna-Gebietes mit ca. 30 Tagen Marschzeit ist möglich.

Doch vorerst machen wir noch einen kleinen Stadtbummel. Bei dieser Gelegenheit entdecke ich schräg gegenüber vom Autobusbahnhof einen Friseur, von dem ich mir wegen meiner langen Haarpracht die Haare kürzen lasse. Bei dieser Gelegenheit sehe ich, daß dieser einem Kunden mit den Fäusten auf den Kopf herumtrommelt und ihn mit einem Judo-ähnlichen Griff vom Friseursessel in die Höhe hebt und ihn sodann fest ins Kreuz tritt. Da die Frisur zufriedenstellend gelungen ist und ich in dieser Tortur eine Art Massage zu erblicken glaube - vielleicht auch weil der Zustand meines Kreuzes mich zu allerhand Verzweiflungstaten hinreißt - entschließe ich mich, auch so eine Massage zu verlangen. Ich lasse also auch diese Tortur über mich ergehen, mir jeden Finger einzeln ausrenken und wieder einrenken, den Kopf und das Kreuz in chiropaktischer Art verdrehen und die Kopfhaut massieren. Und tatsächlich, ich kann mich wieder bewegen und kann mich sogar zu den Schuhen bücken. Erstaunlich ist auch der Preis: S 4,-- für das frisieren und S 4,-- für die Massage.

Am Abend wollen wir zum Phewa See hinuntermaschieren, verirren uns aber in der Dunkelheit. In einem winzig kleinen Gasthaus essen wir zu Abend. Es gibt dort nur drei Speisen, dafür steht aber auch Toilet-Paper 15 Rupien auf der Speisekarte. Der dort anwesende Sohn des Hauses versucht uns einen Halbtages-Trekk um $ 40 anzudrehen.

Am nächsten Morgen, Samstag, stehen wir zeitlich auf um den Sonnenaufgang vom Dach des Hotels aus zu beobachten, denn das war der Grund, warum uns unser Taxifahrer gerade in diesem Hotel abladen wollte. Tatsächlich bietet sich ein herrlicher Anblick: 8000 m hohe Berge direkt vor der Haustür und dazu noch von Morgenrot beleuchtet. Am Abend zuvor (nach dem Friseurbesuch) war das Abendrot (das wir nur von der Straße aus gesehen hatten) aber noch eindrucksvoller. Wir frühstücken gleich anschließend, um sofort mit einer Wanderung zu beginnen. Ein vom Hotel vermittelter Führer verlangt für die Führung bei dieser Wanderung S 75,--. Wir schwitzen uns auf einen Aussichtsberg von 2000 m Höhe hinauf (Ausgangshöhe ist 800 m). Es gibt eine herrliche Aussicht und wunderschönes Wetter. Auffallend ist, daß die Baumgrenze hier in Nepal viel höher liegt. 2000 m ist ein kleiner Hügel, der noch voll bewachsen ist.

Ich mache mir auch so meine Gedanken über die touristische Ausnutzung der Natur. Diesbezüglich sind die Nepalesen viel klüger als wir. Es gibt keine Liftanlagen, die massenweise Touristen in entlegene Regionen bringen, vielmehr muß man sich gehörig anstrengen, wenn man tiefer ins Landesinnere vordringen möchte, weil es auch nur ganz wenig befahrbare Straßen oder Wege gibt. Darüber hinaus sind Wege grundsätzlich nicht markiert oder beschildert, sodaß es zweckmäßig ist, sich einen Führer (hier Sherpa genannt) zu engagieren. Unsere kleine Wanderung hätten wir unter Umständen auch alleine machen können, aber wir hätten einige Gelegenheiten gehabt, den falschen Weg zu wählen.

Meine Schlußfolgerung aus diesen Überlegungen ist, daß erstens die Touristen gezwungen werden länger im Land zu bleiben wenn sie sich in entlegene Regionen begeben wollen und zweitens, daß eine größere Anzahl von Beschäftigten - nämlich als Träger und Führer - ohne jeden Kapitaleinsatz beschäftigt werden können. Dazu kommt noch, daß für alle mehrtätigen Wanderungen ein kostenpflichtiges "Trekking-Permit" erforderlich ist.

Um 10.00 Uhr haben wir schon den Gipfel von Sarangkot erreicht und beim Abstieg nach Süden Richtung See beginnt das Wetter schlechter zu werden. Wären wir eine Stunde später gekommen, hätten wir die Berge nicht mehr gesehen.

Bei einem Bauernhof essen wir eine Papaya, obwohl die Bäuerin sie nicht nur geteilt, sondern - bevor wir dagegen Einwände erheben konnten - mit Wasser gewaschen hat. Glücklicherweise bleibt das Ganze ohne Folgen.

Wir kommen nun über die Seeseite nach Pokhara zurück und sehen dabei das Hotel, das wir ursprünglich reserviert hatten. Es sieht recht gut aus, und wir bedauern, daß wir nicht auf diesem Hotel bestanden haben und dem Rat unseres Taxifahrers gefolgt sind.

Hier gibt es touristische Infrastruktur von der alternativen Sorte. Nach einem ausgezeichneten Mittagessen - wieder zu einem Spottpreis - finde ich wieder einen Friseur, der gleichzeitig Massage ausübt. Da mein Kreuz inzwischen wieder zu schmerzen begonnen hat, versuche ich es noch einmal. Die Massage ist länger und fast europäisch - dennoch mit einigen Akupressurtricks und ist auch schon teurer - S 22,--.

Von dort nehmen wir ein Taxi zum Davi-Fall, der zwar als große Attraktion angeboten wird, aber überhaupt nicht besuchenswert ist. Es ist eher ein kleines Flüßchen, das irgendwo in der Erde verschwindet und wieder auftaucht.

Nach der Rückkehr ins Hotel gehe ich nochmals zu meinem Friseur vom Vortag, um mich das zweite Mal am heutigen Tag massieren und einrenken zu lassen. Die Massage ist erfolgreich.

Inzwischen ist das Wetter so wolkig geworden, daß kein Abendrot mehr zu sehen ist. Auch am nächsten Morgen, als wir versuchen nochmals einen Blick auf die Berge im rosa Sonnenlicht zu werfen, werden wir enttäuscht. Das Wetter ist schlecht, und die Wolken lassen die Sonne kaum durch. Also kein malerischer Sonnenaufgang. Nun wollen wir zurück nach Kathmandu, diesmal aber nicht mit dem Taxi (einmal die Rumpelstrecke reicht), sondern mit dem Flugzeug. Direkt neben unserem Hotel befindet sich der "Flughafen", ein unbefestigter Feldweg, auf dem die Maschinen starten und landen. Ein startendes Flugzeug bläst uns den Staub in die Augen, und bevohr die Maschine landet, die uns nach Kathmandu bringen soll, ertönt eine Sirene, die Fußgänger, Radfahrer und Tiere von der Landebahn verscheucht. Mit mulmigem Gefühl steigen wir in die zweimotorige Avromaschine, die uns trotz ihres gefährlichen Aussehens ohne Zwischenfälle wieder in die Hauptstadt Nepals zurückbringt.

Leider haben wir auf diesem Flug von den Bergen nichts gesehen. In Kathmandu angekommen, bekommen wir nach einem bürokratischen Hürdenlauf sogar den Koffer, der nach den dort aufliegenden Unterlagen schon an dem Tag in Kathmandu eingetroffen ist, an dem ich noch verzweifelt versucht habe, telefonisch Auskunft über seinen Verbleib zu erhalten.

Wir haben uns entschlossen, diesmal ein anderes Hotel aufzusuchen, das Hotel "Woodlands", eine Empfehlung unseres Taxifahrers. Das Zimmer für 2 Personen kostet nur S 800,--, die Eingangshalle ist aus Marmor und ganz sauber, aber wie bei allen mir bekannten nepalesischen Hotels: außen hui innen pfui. Wenn man einen Stock hinaufgeht, wirkt auch hier alles abgewohnt. Auch hier ähnlich wie im "Chrystal" schlechte Zimmerbeleuchtung, altmodisches Badezimmer usw.

Nach dem Einchecken in diesem direkt neben dem Anapurna gelegenen Hotel gehen wir nochmals ins Ortszentrum von Kathmandu, vor allem um doch einmal auch in den ersten Hof des Königspalastes hineinsehen zu können. Doch es ist auch diesmal nicht möglich: Der Wächter erklärt uns, daß der Königspalast nur zwischen 10.30 Uhr und 15.15 Uhr geöffnet ist. Wir sind aber wieder einmal zu spät dran.

Am Montag, den 23. Dezember 1991 (das Wetter ist immer noch relativ schlecht), fahren wir nach Kharepati (ursprünglich wollten wir nach Nagarkot, weil dort die Aussicht auf die Berge so schön sein soll), um von dort in einer zweistündigen Wanderung zum Changu Narayan zu wandern. Auf diesem Zielpunkt befindet sich am Berggipfel ein kleines Dorf mit einem Tempel am höchsten Punkt. Auch dieses Dorf ist vom Tourismus ziemlich unberührt. Auf der Straße sitzen Frauen mit Spinnrädern und Kinder laufen uns hinterher - zwei davon haben uns den ganzen Weg von Kharepati bis hierher begleitet. Die beiden, 11 und 13 Jahre, sehen viel jünger aus, wie die meisten Kinder hier, benehmen sich aber wie ältere Kinder, insbesondere deswegen, weil sie schon ausgezeichnet englisch sprechen - zumindest das, was man braucht, wenn man die Touristen ausfragt woher sie kommen und was sie machen. Derzeit, erzählen sie, sind Ferien, und daher sind sie nicht in der Schule.

Unser Chauffeur ist mit dem Auto hierhergefahren um uns abzuholen und bringt uns jetzt nach Bhaktapur, einem weiteren Höhepunkt. Auch hier wimmelt es am Durbar-Square nur so von Tempeln und Pagoden. Auffallend ist links vom Königspalast das goldene Tor, das den Eingang zu einem weiteren Tempel bildet. Auf der Suche nach einem Restaurant fürs Mittagessen gelangen wir durch kleine Gassen zum Taumadhi Square und finden ein Gasthaus ganz in der Nähe der höchsten Pagode des Kathmandu-Tales (Nyatapola mit 5 Stockwerken und 5 Sockeln). Es ist wieder, wie viele Restaurants in Nepal, im ersten Stock untergebracht und bietet einen schönen Blick auf die, auf diesem Platz befindlichen, Bauwerke. Das Essen ist mäßig und das WC schrecklich.

Ein kurzer Besuch beim Potters' Square, dort wo die Töpfe hergestellt werden, und dann geht es quer durch die Altstadt zu einem weiteren Platz mit einer größeren Anzahl von Tempeln, dessen bedeutendster der "Dattatraya" ist. Während viele Tempel aus dem 17. und 18. Jhd. sind, ist dieser schon 1427 errichtet worden. Auf diesem Platz gibt es darüber hinaus ein empfehlenswerteres Restaurant . Wir trinken dann dort nur einen Kaffee und verspeisen Palatschinken als Nachtisch. Man muß eigentlich jedermann empfehlen, ein etwaiges Mittagessen hierher zu verlegen. Auch dieses Restaurant liegt im ersten Stock mit wunderbarer Aussicht auf die Tempel, ist aber um vieles sauberer als das andere, wo wir unseren Mittagshunger gestillt haben. Zurück laufen wir durch die kleinen nördlichen Gäßchen, wobei wir mehrmals den Weg verfehlen - es ist alles so verwinkelt, daß man leicht die Übersicht verliert. Am Abend essen wir zum zweiten Mal im "Moti Mahal", einem wirklich empfehlenswerten indischen Restaurant,das gegenüber von unserem Hotel "Woodlands" liegt..

Der Morgen des Heiligen Abends beschert uns leider wieder schlechtes Wetter, so schlecht wie überhaupt noch nie: bewölkt grau, teilweise Regen. Daher wird auch an diesem Tag nichts mit einem Ausflug, der uns einen Blick auf die Berge versprochen hätte (Dhulikheli). Wir fahren - auf Empfehlung unseres Fahrers - nach Chapagaon, einen kleinen Dorf südlich von Kathmandu. Wenn man das normale Ortszentrum in südlicher Richtung passiert hat und an der richtigen Stelle links abzweigt, aus dem Auto aussteigt und einige Schritte zu Fuß geht, kommt man an eine Dorfstraße wie sie schon vor einigen 100 Jahren gewesen sein muß. Obwohl, oder gerade deswegen weil dieses Dörfchen in keinem Reiseführer aufscheint und auch von keinen Reisegruppen angefahren wird, ist es besondes interessant. Das Dorfleben spielt sich zur Gänze auf der Straße ab, überall hängen Kukuruze zum Trockenen, Kühe und Ochsen haben ihre Ställe direkt in den Häusern, die - obwohl reine Bauernhäusern - in Form einer Straße aneinandergereiht sind. Eine Straße mit Verkehr im üblichen Sinne - insbesondere wie in den hektischen Großstädten - gibt es hier nicht. Hier werken still die Dorfbewohner. Ziegen, Kühe, Ochsen stehen zwischen Strohballen und kleinen Pagoden. Es gibt kein einziges Fahrzeug in der ganzen Straße. Am Ende der Häuserzeile kommt man zu einigen Feldern. Auf einem werden gerade selbstgebrannte Ziegel aufgeschlichtet. Einige Schritte weiter bietet sich ein schöner Blick ins Tal.

Wir fahren wieder Richtung Norden und biegen in einen Wald ein, in dem plötzlich ein Tempel (Vajra Varahi) auftaucht, der der Eberinkarnation Vishnus geweiht ist. Ein wirklich sehenswerter Tempel, bei dem offensichtlich auch Tiere geopfert werden. Zumindest lag ein geköpfter Hahn herum. Der Tempel selbst sowie die Schreine rundum sind ausschließlich von Gläubigen besucht

Da uns noch Zeit bleibt und wir entdeckt haben, daß wir in Patan einen nicht unwesentlichen Teil der Besichtigungen unterlassen haben, fahren wir nochmals dorthin und besuchen das Kloster U-Bahal (wir haben es nach den Beschreibungen mit dem "Golden Tempel" verwechselt und glaubten es schon gesehen zu haben, haben aber auf Grund von Fotos in der Bordzeitschrift der "Royal-Nepal-Airlines" erkannt, daß es hier noch ein wunderschönes Kloster gibt, das wir bisher noch nicht gesehen haben). Unsere Erwartungen werden auch voll erfüllt. Man sollte es wirklich nicht auslassen. Es liegt im Süd-Osten von Patan, wobei der Tempel - typisch für Nepal - sich in einem Hof befindet. Ganz in der Nähe befindet sich Mahaboudha, der in einem winzigen Innenhof steht. Er heißt auch "Der Tempel der 1 Million Buddhas". Tatsächlich soll es sich um 9000 Buddhaabbildungen handeln, die auf den Terrakottaziegeln angebracht sind.

Am Nachmittag gehen wir nochmals in die Altstadt von Kathmandu, um vielleicht doch noch einen Blick in den Hof des Königshofes zu erhaschen. Diesmal sind wir zeitlich genug dran - so glauben wir. Vor dem Tor angekommen, weist man uns ab: heute sei Feiertag. Es hat also nicht sollen sein.

Am Abend gehen wir nochmals durch die Altstadt, um das nächtliche Flair nochmals aufzuschnappen. Auffallend ist, daß in Nepal teilweise die Geschäfte mit Einbruch der Dunkelheit schließen, spätestens aber gegen 20.00 Uhr.

Auch die Essenszeiten sind anders als sonst in den asiatischen Ländern: Viele Restaurants schließen bereits um 21.00 oder 21.30 abends.

Apropos Essen: Beim Weihnachtsessen wollen wir nichts riskieren und suchen ein Restaurant auf, das wir schon zweimal frequentiert haben, und das uns kein einziges Mal enttäuscht hat, das "Ruen-Thai-Restaurant", in der gleichen Straße wie unser Hotel gelegen.

Am Morgen des 25. Dezember 1991 ist unser Aufenthalt in Nepal zu Ende. Beim Abflug werden die Koffer (nicht das Handgepäck) mit einem Gerät durchleuchtet, das nicht "filmsafe" ist. Also muß ich alle Koffer öffnen und die darin verstreuten Filme zusammensuchen. Dann fliegen wir, bei immer noch schlechtem Wetter, mit "Royal-Nepal-Airlines" nach Dehli. Gegen unsere Erwartung ist auch hier das Wetter schlecht (nur 15 °C), Nebel und Wolken.

I N D I E N

In Dehli angekommen sekkiert uns zuerst der Zoll, der neuerdings alle Kameras mit Nummern festzuhalten beliebt. Dann versuchen wir an der Touristeninformation herauszufinden, ob man mit dem Zug nach Agra und weiter nach Gwalior kommen kann und wie lang das dauert. Der Mann am Schalter hat offensichtlich nicht viel Ahnung: Bezüglich Züge meint er, daß heute nichts mehr fährt, empfiehlt aber eine Taxifahrt (die er selbstverständlich selbst anzubieten hat), wobei er zuerst die veranschlagte Fahrzeit mit 16 Stunden, dann mit 3 Stunden nach Agra und eine weitere Stunde nach Gwalior schätzt. Alles falsch:Tatsächlich braucht man nach Agra mit dem Taxi 3 Stunden, die Weiterfahrt nach Gwalior erfordert 2 Stunden , dzt, auf Grund von Bauarbeiten auf der Straße, sogar mehr als 3 Stunden.

Im Gegensatz zum sonstigen indischen Usus, daß man am Flughafen von den Taxifahrern umringt ist und aussuchen kann, ist hier alles in einer Hand (muß ein gutes Geschäft sein!). Man bekommt das Taxi praktisch von der Touristeninformation zugewiesen, und die Strecke Agra - Gwalior mit 2 Nächtigungen für den Chauffeur soll ca S 1.600,-- kosten.

Das Wetter wird und wird nicht besser, es ist saukalt und wir kommen bei "Abendnebel" zum Taj Mahal.

Die Zimmersuche nachher gestaltet sich schwierig. Wir müssen ein Zimmer ohne Heizung akzeptieren, weil einfach nichts anderes zu bekommen ist. Das hätte ich nie gedacht, daß ich in Indien nach einem Zimmer mit Heizung suchen werde. Dafür ist es aber billig: Nur S 120,-- pro Person und Nacht. (Fröstel, fröstel!)

Der frisch engagierte Reiseführer teilt uns dann mit, daß die Straße nach Gwalior eine Baustelle ist und wir eigentlich nicht Agra und Gwalior an einem Tag besichtigen können. Er schlägt daher vor, daß wir anstelle dessen Fathepur Sikri ansehen. Schade, denn damit habe ich auf dieser kurzen Nordindien-Fahrt überhaupt nichts Neues gesehen, weil ich sowohl Agra als auch Fathepur Sikri schon von meinem letzten Aufenthalt kenne.

Am nächsten Morgen, dem 26. Dezember 1991, fahren wir zuerst zum roten Fort, das wir auch nur im Nebel sehen können, anschließend zum Taj Mahal, wo die Sicht immer noch nicht besonders gut ist. Erst am Nachmittag in Fathepur Sikri, einer übrigens sehr sehenswerten künstlichen Stadt an der Mogul-Ära, weicht der Nebel und es kommt die Sonne hervor.

Am Abend ist es immer noch eiskalt, und wir frieren uns fast ab, als wir uns von einem Motorscooter zu einem wirklich ausgezeichneten Restaurant ("Sonam") bringen lassen.

Zeitig am nächsten Morgen geht es weiter. Etwas nördlich von Agra stoppen wir bei Sikandra, besichtigen die Moschee und füttern die dort in Massen herumlungernden Affen. Einer setzt sich sogar auf meine Schulter.

Zu Mittag sind wir dann wieder zurück in Dehli, wo wir uns vorgenommen haben, die Freitag-Moschee zu besichtigen. Gerade diese aber ist am Freitag für Nicht-Moslems geschlossen, sodaß wir sie nur von außen sehen können. Shaslik-Stände verkaufen dort ein Spießchen um nur eine Rupie, das sind ca. S 0,40. Neuerlich staunen wir über die riesigen Preisunterschiede in Indien.

In der Nähe des Flughafens befindet sich die "Zentrale" des Taxiunternehmens, das den Flughafen Dehli fest im Griff hat. Wir bezahlen dort unsere Rechnung. Für europäische Verhältnisse sehr billig - rund S 3,-- pro gefahrenem Kilometer. Für indische Verhältnisse eher teuer, weil man ansonsten nur S 2,-- pro Kilometer zu bezahlen braucht. Die Differenz ist offensichtlich der Gewinn für die Taxigesellschaft. Interessant ist auch, daß wir von unserem Reisführer in Agra erfahren haben, daß es tatsächlich von Dehli einen Schnellzug nach Agra gibt - also genau das, was ich ursprünglich eigentlich haben wollte. Und zwar fährt dieser Zug jeden Morgen um 6.00 Uhr ab und ist bereits um 7.15 Uhr in Dehli. Die Rückfahrt ist am Abend um 20.00 Uhr, sodaß man in Agra überhaupt nicht zu übernachten braucht und sämtliche Besichtigungen an einem Tag erledigen kann. Der Fahrpreis für eine Fahrt beträgt - inkl. Frühstück bzw. Abendessen - S 50,--! Wie gut hat die Touristeninformation daran getan, uns diese preisgünstige Alternative gar nicht erst anzubieten, sondern die für sie viel lukrativere Taxivariante.

Unser Flug nach Goa ist für 15.50 Uhr geplant. Auf dem Flugplan stehen nur zwei Maschinen, eine 15.30 Uhr und eine um 15.50 Uhr. Wir erfahren, daß die Morgenmaschine von 5.45 Uhr, mit der wir ursprünglich fliegen wollten, noch nicht gestartet ist, und daß wir mit dieser Maschine mitfliegen können, weil noch 100 Plätze frei sind (obwohl laut Indien-Airlines-Computer die Maschine voll ausgebucht gewesen wäre).

Tatsächlich fliegen wir um 16.00 Uhr, und die Nachmittagsmaschine soll dann angeblich um 17.00 oder 18.00 Uhr starten.

Im Flugzeug sitzt ein indischer Hotelmanager neben uns, der mir einige Yogatips gegen mein Kreuzweh auf die Bordkarte zeichnet. Da wir nicht ganz sicher sind, ob unser Zimmer auch wirklich reserviert sein wird, weil wir doch viel später ankommen als geplant, lassen wir uns von ihm eine Visitenkarte geben, denn er fährt in ein neu eröffnetes Hotel, das auf jeden Fall noch Zimmer frei hat.

In Goa angekommen fahren wir mit dem Taxi zur Colva Beach zu dem uns bereits bekannten Hotel "Longhuinos", in dem wir brieflich ein Zimmer reserviert haben. Aber oh Schreck, unser Brief ist nie angekommen. Die indischen Postler sind so faul, daß sie die Briefe einfach liegen lassen und gar nicht zustellen. Nach langem Nachdenken erklärt uns der Rezeptionist, daß wir eine Nacht bleiben können, aber dann wieder ausziehen müssen. Wir überlegen die Variante mit dem neuen Hotel, bleiben aber dann jedenfalls für eine Nacht, weil wir von der Reise schon müde sind.

Am nächsten Morgen, dem 28. Dezember 1991, gehen wir vorerst einmal an den Strand, um Sonne und Meer zu genießen. Hier in Goa ist es wirklich warm, ein krasser Unterschied zu Dehli.

Unserem Rezeptionisten habe ich 100 Rupien in die Hand gedrückt, mit dem Ersuchen, uns in einem anderen Hotel ein Zimmer zu besorgen und dem frommen, unausgesprochenen Wunsch, er möge die nächste Stornierung dazu nützen uns ein Zimmer zuzuweisen (am Rande habe ich mitbekommen, daß auch andere Gäste länger bleiben wollten und kein Zimmer bekommen). Zurückgekehrt in unser Zimmer müssen wir feststellen, daß leider noch keine Stornierungen vorliegen und packen gleich unsere Koffer. Bis 13.00 Uhr haben wir Gnadenfrist. 12.50 Uhr dann die erlösende Nachricht: Es gibt doch eine Stornierung, wir können bis 2. Jänner 1992 bleiben. HURRA! (Am 1. Jänner stellt sich dann heraus, daß wir sogar - wie wir beabsichtigt haben - bis zum 9. Jänner bleiben können).

Also alles wieder ausgepackt und die Erholung kann beginnen.

Von der alten Hotelmannschaft sind nur ganz wenige übrig geblieben, aber diese begrüßen uns mit Überschwang.

Am nächsten Morgen, am Sonntag, fahren wir mit dem Taxi ins ca. 70 km entfernte Fort Aguada. Das kostet, obwohl wir einen ganzen Tag ausbleiben nur rund S 280,--. Beim Taxifahrer erkundigen wir uns, wieviel er eigentlich verdient: weniger als S 400,-- im Monat!

Der Strand in Fort Aguada ist sehr ähnlich dem unseren: langer Sandstrand mit Palmen. Wir suchen das neue Hotel unseres Flugnachbarn auf - sehr hübsch gelegen, aber leider noch nicht fertig. Unser Flugnachbar gibt weiteren Yogaunterricht und versucht mir auch die Vorzüge der vegetarischen Kost zu erklären. Und auch zwischen Fleischsorten gäbe es Unterschiede und man könne maximal Hühnerfleisch verzehren. Er meint, wenn man je ein Stück Hühnerfleisch, ein Stück Rindfleisch und ein Stück Schweinefleisch vergräbt und nach einigen Tagen wieder ausgräbt, seien im Hühnerfleisch nur wenige kleine Würmer drinnen, im Rindfleisch seien schon zahlreiche Maden, im Schweinefleisch säßen aber lauter dicke große fette Würmer. Er fragt mich, was ich daraus schließe. Ich kann es mir nicht verkneifen in Abwandlung eines Uralt-Witzes darauf zu antworten: "Wahrscheinlich schmeckt dem Wurm das Schweinfleisch am besten."

Trotzdem probiere ich am Strand die Yogaübungen - die Essensratschläge muß ich ja nicht unbedingt befolgen.

Am nächsten Tag wieder zurückgekehrt zur Colva Beach kehren wir am Nachmittag in einem primitiven neuen Strandrestaurant ein, um eine Erfrischung zu uns zu nehmen. Zu unserem Erstaunen ist der Besitzer ein Obstverkäufer, der uns vor 2 Jahren mit frischen Früchten am Strand versorgt hat. Er hat inzwischen 1 1/2 Jahre im Hotel "Majorda Beach" gearbeitet, dort monatlich weniger als S 300,-- verdient, aber vor allem Kochen gelernt, da er in der Küche eingesetzt war. Diese Kenntnisse hat er dazu genutzt, ein eigenes Gasthaus aufzumachen. Dieses besteht allerdings nur aus ein paar Palmenblättern und einigen alten Tischen und Stühlen. Dafür mußte er einen Bankkredit von S 3.500,-- aufnehmen - für ihn ein kleines Vermögen. Nach eigenen Angaben hat er an guten Tagen einen Umsatz von S 350,-- und einen Gewinn von rund S 80,--. Angesichts der Preise und der Umsätze halte ich diese Schätzung für sehr optimistisch. Da wir die einzigen Gäste sind und er an diesem Tag überhaupt noch keinen anderen Gast gehabt hat, gebe ich ihm einige Marketing Ratschläge Wie z.B.: Eine Tafel aufstellen, daß es auch was zu Essen gibt. Wenn keine Gäste da sind, sich mit seinem Bruder selbst heraussetzen, damit man sieht, daß das Lokal in Betrieb und nicht geschlossen ist usw..

Leicht wird er es nicht haben unser Obstverkäufer, monatlich S 400,-- an die Bank zu zahlen und daneben noch zu leben. Jedenfalls ist seine Finanzkraft so schwach, daß er sich nicht einmal am Markt Fisch kaufen kann. Wir beschließen, ihm den Fisch vorzufinanzieren, den wir morgen essen wollen.

Die verbleibenden Tage dienen dann der reinen Erholung am kilometerlangen Sandstrand unter Palmen. Da wir meist mit dem Fahrrad unterwegs sind entdecken wir immer neue Kneipen, die vor zwei Jahren noch nicht da waren und neue Hotels, die wie Schwammerln aus dem Boden gewachsen sind.

Interessant ist auch der Vergleich der Hotelpreise. Unser Hotel - Zimmer mit Balkon und Meerblick, selbstverständlich Dusche und WC, sogar Telefon, allerdings keine Klimaanlage sondern nur Ventilator (mehr braucht man gar nicht) - kostet S 70,-- pro Person und Nacht. Die Luxushotels kosten S 600,-- bis S 700,-- pro Person und Nacht. Einfache Hotels sind dagegen schon um S 20,-- pro Person und Nacht zu bekommen. Angeblich sollen auch die durchaus brauchbar sein und mit eigener Dusche und allem was dazugehört. Am schlechtesten sind diejenigen dran, die übers Reisebüro buchen. Sie zahlen - meist in einem Luxushotel - S 900,-- bis S 1.000,-- pro Person und Nacht.

Schlußfolgerung daraus: Wer übers Reisebüro bucht, zahlt nur drauf. Selbst in der Weihnachtszeit kann man - wie man sieht - ein Zimmer bekommen. Zu allen anderen Zeiten ist es überhaupt kein Problem und man kann es sich aussuchen. Dazu kommt noch, die Möglichkeit, dort essen gehen zu können wo es gerade schmeckt und wo man sich gerade aufhält. Einmal dort probieren und einmal da und nicht auf die eintönige Hotelküche angewiesen zu sein, ist doch sicherlich ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

All die genannten Preise basieren auf dem offiziellen Umrechnungskurs, wenn sich jemand traut Dollar mitzunehmen oder schwarz zu wechseln ermäßigt sich alles noch um rund 20 %.

Der 9. Jänner 1992 ist unser letzter Tag in Indien. Wir fliegen zeitig in der Früh nach Bombay und haben dort den ganzen Tag zur Verfügung. Da wir nur rund 12 Stunden Zeit haben nehmen wir uns für den ganzen Tag ein Taxi, wobei uns trotz aller bisheriger Erfahrungen wieder einmal die Taximafia besiegt: Wir müssen fast S 500,-- für die Taxifahrt aufwenden - viel zu viel für Indien! Empfehlenswert wäre gewesen ein Prepayd-Taxi in die Stadt zu nehmen und dann mit dem Fahrer die weiteren Aktivitäten auszuhandeln.

Bombay selbst ist eine grausliche Großstadt. Das einzig wirklich sehenswerte sind die Höhlentempel auf der Insel Elefanta, hier wiederum vor allem die erste Höhlengruppe.

Um 2.35 Uhr in der Früh geht unser Flug, doch man muß mindestens 3 Stunden vorher zum Einchecken erscheinen. Solange braucht nämlich die umständliche Prozedur bis man alle Stempeln, Hackerln und Kleber erhalten hat. Selbst für Inlandsflüge ist ein zweistündiges Einchecken erforderlich. Besonders pervers sind die Vorschriften bezüglich Batterien. Im Handgepäck darf man sie nicht aufbewahren, im Koffer (auch dieser wird durchleuchtet) werden sie möglicherweise entdeckt, was zu einer genauen Durchsuchung des Gepäcks führt.

Dafür interessiert man sich für das Wiederausführen meiner Fotoausrüstung recht wenig. Ohne den Inhalt der Fototasche zu prüfen, bekomme ich meine Stempeln und Unterschriften. Aber immerhin waren eine Reihe von Beamten mit dieser Prozedur stundenlang beschäftigt. Die Inder verstehen es eben, die Bürokratie zu zelebrieren!

Von Bombay fliegen wir mit Zwischenlandung in Dehli nach Frankfurt - übrigens ist "Air India" eine der wenigen Fluggesellschaften, die die Nordroute über Rußland befliegt. Von Frankfurt geht es dann mit einer AUA-Maschine zurück nach Wien - nicht ohne das übliche Anstellen und der üblichen Verspätung: Am Rollfeld stehen 12 Maschinen hintereinander und warten auf den Abflug.

Das neblige und regnerische Wien hat uns wieder. Ein schöner und erlebnisreicher Urlaub ist wieder einmal zu Ende gegangen.
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Last modified 11.Dez.2000Anregungen anGrünwald