Werden wir Aliens treffen?

Uns unbekannte außerirdische Lebewesen werden wir Menschen möglicherweise noch in diesem Jahrhundert entdecken. Allerdings nicht so, wie sich Science-Fiction-Autoren dies gemeinhin vorstellen.

Wenn wir Leben entdecken, dann nur auf einem Planeten oder einem Mond in unserem eigenen Sonnensystem.

Dabei muss man sich aber von der Vorstellung lösen, dass es „intelligentes Leben“ sein wird. Es wird sich um niedrige Lebensformen handeln, die auch unter widrigen Umständen lebensfähig sind.

⏹ Erkundung anderer Sonnensysteme

Die Distanzen Eine Reise in ein anderes Sonnensystem erfordert die Bewältigung unermesslich großer Distanzen.

Das nächste Sonnensystem ist Alpha Centauri A. Es ist etwa 4 Lichtjahre (ly) von uns entfernt.

Ein Lichtjahr ist die Entfernung, die Licht in einem Jahr zurücklegt. Schneller als das Licht kann sich laut Einstein nichts bewegen. Das heißt, wenn unser Raumschiff mit Lichtgeschwindigkeit fliegt, dass wir in 4 Jahren das nächste Sonnensystem erreichen.

Also, nichts wie hin. Es dauert zwar eine Weile, aber Kolumbus hat für die Atlantiküberquerung auch immerhin einen Monat gebraucht.

Unsere heutige Technologie der Raumfahrt erlaubt uns aber nicht mit Lichtgeschwindigkeit zu reisen. Die bisher höchste Geschwindigkeit erreichte die Sonde Juno auf dem Weg zum Jupiter mit 266.000 km/h. Mit dieser Geschwindigkeit kann man in einem Jahr (x 24 x 365) ca. 2,3 Mrd. km zurücklegen.

Um die Größenverhältnisse anschaulich darzustellen, gibt es hier eine Tabelle, wie weit man bei dieser Geschwindigkeit in x Jahren kommt:
Jahre11010010004000
Mrd. km2,3232302.3009.200


Um bei einer solchen Geschwindigkeit die Entfernung von einem Lichtjahr (9.460.000.000.000 km) zurückzulegen, benötigt man mehr als 4000 Jahre. Die 4 Lichtjahre zum nächsten Stern (=Sonnensystem) erfordern 16.000 Jahre.

So kann es nicht funktionieren. Die Zeitdilatation (nach der speziellen Relativitätstheorie gehen die Uhren bei sich bewegenden Objekten langsamer), fällt bei dieser Geschwindigkeit nicht ins Gewicht. So ist ein anderer Stern jedenfalls in unerreichbarer Ferne.

Es erfordert einige Quantensprünge bei der Raumfahrttechnologie um mit (fast) Lichtgeschwindigkeit zu reisen: Weltraumsonden verwenden heute Treibstoff nur zum Start und zur Kurskorrektur. Sie beschleunigen durch „Swing-By-Manöver“; (Schwung holen beim Vorbeiflug an einem Planeten). Damit kann keine wirklich relevante Geschwindigkeit erreicht werden.

Um ein Raumschiff autonom zu beschleunigen, braucht es enorm viel Energie. D.h. es müsste erst eine vollkommen neue Energiegewinnung entwickelt werden. Die Energie muss auch für Abbremsmanöver im Zielgebiet vorhanden sein.

Sollte die Energieproblematik in einigen Jahrzehnten gelöst sein, könnte vielleicht im Durchschnitt (Beschleunigung und Abbremsvorgang inklusive) eine halbe Lichtgeschwindigkeit erreicht werden. Reisezeit somit 8 Jahre. Für die Astronauten würden – wegen der Zeitdilatation - nur 7 Jahre vergehen.

Das Raumschiff muss nicht nur bei der Energieversorgung, sondern auch bei der Nahrungsversorgung autark sein, wobei zu berücksichtigen ist, dass zwischen den Sternen kein Sonnenlicht zur Verfügung steht. Außerdem muss das Raumschiff alle erforderlichen Detektoren zur Beurteilung von Himmelskörpern an Bord haben. Eine Steuerung von der Erde aus ist unmöglich: „Hallo Houston, wir haben ein Problem, was sollen wir machen?“ geht einfach nicht. Die Frage kommt nach 4 Jahren auf der Erde an, die Antwort langt nach 8 Jahren beim Raumschiff ein.

⏹ Die Ankunft

Jetzt sind wir also da, was wollen wir hier eigentlich?

Für die zweite Option (Besiedlung) macht es Sinn, nach erdähnlichen Trabanten zu suchen. Gibt es dort welche? Was wissen wir überhaupt von einem fremden Sonnensystem?
 
Konkret zu Alpha Centauri A: Wir wissen, dass es sich um einen ähnlichen Stern, wie unsere Sonne handelt („Hauptreihestern“). Über Exoplaneten in diesem Bereich wissen wir bisher nichts. Es kann sein, dass es welche gibt (ist sogar wahrscheinlich), kann aber auch sein, dass es überhaupt keinen Planeten gibt. Also ist der Erfolg der Mission von vornherein zweifelhaft.

Von der Erde aus, können wir nur Vermutungen anstellen, was Planeten in anderen Sonnensystemen betrifft. Planeten leuchten ja nicht, sondern nur die zugehörige Sonne. Es kann sein, dass man zufällig den Vorbeizug eines Planeten vor seiner Sonne beobachtet oder, dass (größere) Planeten, wenn sie in die Nähe der Sonne kommen, eine kleine Bewegung bei der Sonne verursachen. Dann schreiben die Boulevardzeitungen: „Hurra, ein neuer Exoplanet gefunden“.

Einen Exoplaneten direkt beobachten zu können, kommt höchst selten vor, wenn, handelt es sich um sonnenferne Planeten, die vom Stern gut angeleuchtet werden. Habitable Planeten liegen fast immer näher zu seiner Sonne und werden von ihr überstrahlt.

Wirklich beobachten und analysieren lässt sich ein Exoplanet wohl nur aus der Nähe. Selbst die Planeten und die diversen Monde in unserem eigenen Sonnensystem sind uns noch weitgehend unbekannt. Was kann also ein Raumschiff, das 4 Lichtjahre entfernt in einem fremden Sonnensystem kreuzt, herausfinden?

Das wäre zumindest eine Lebensaufgabe für die dorthin entsandten Astronauten.

Es wird daher so sein, dass vorerst unbemannte Sonden zu anderen Sternen vordringen werden. Bemannte Missionen werden wohl erst finanziert werden, wenn eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, einen bewohnbaren Himmelskörper zu finden.

Was die erste Option („intelligentes“ Leben zu finden) anlangt, wird die Bereitschaft auf einen Blindflug ins All doch sehr beschränkt sein.

Wir suchen wahrscheinlich auch falsch, weil wir Menschen uns stets für das Zentrum der Welt halten. Die meisten Kulturen haben irgendwo auf der Erde einen Punkt als „Zentrum der Welt“ markiert. Die Sonne, so meinte man, drehe sich um die Erde. Als sich das Gegenteil herausgestellt hat, vermeinte man unsere Galaxie das Zentrum des Universums zu sein usw.

Wir denken zu kurz, wenn wir uns vorstellen, wie Aliens aussehen mögen. In Romanen und Filmen sind die Aliens ähnlich dem Menschen konstruiert. Allenfalls sind sie geheimnisvoll oder unheimlich eingefärbt. Es hat schon was für sich, dass ein Lebewesen mehr Chancen hat, wenn wesentliche Bestandteile doppelt vorhanden sind. (2 Hände, 2 Beine, 2 Augen, 2 Ohren) etc. Das heißt aber nicht, dass dies zwangsnotwendig so sein muss. Es wird gemeinhin spekuliert, wie „Menschen“ auf anderen Planeten - z.B. abhängig von Schwerkraft - aussehen mögen. Ob sie mehr oder weniger Muskeln haben müssen/können, ob sie wohl kleiner oder größer wären.

Diese Überlegungen sind Humbug. Lebewesen können ganz anders aussehen und auch unter Umwelt­bedingungen leben, die uns Menschen kaum zuträglich sind. Auf erdähnlichen Himmelskörpern (und nur auf solchen) können durchaus uns ähnliche – auch intelligente - Lebewesen entstanden sein. Damit ist aber nicht gesagt, dass sie auch durch den Weltraum reisen können.

⏹ Besuch von Aliens auf der Erde

Es mag da oder dort intelligente Lebewesen geben. Manche können rein technisch Raumschiffe gar nicht bauen. Z.B. extraterrestrische Delphine können durchaus noch intelligenter sein, als unsere Delphine, werden aber ohne Gliedmaßen für die Konstruktion von Werkzeugen, kaum ein Raumfahrzeug bauen können. Extraterrestrische vogelähnliche oder krebsähnliche Lebewesen könnten durchaus in der Lage sein, Raumschiffe zu konstruieren, zu bauen und zu steuern.

Angenommen derartige Aliens (deren es sicher etliche geben wird) wollen die Erde besuchen, so stehen sie vor dem gleichen Problem wie wir.

Es ist daher höchst unwahrscheinlich, dass höhere Lebewesen, die so konstruiert sind, wie auf der Erde, uns besuchen können.

⏹ Anforderungen für eine Reise durchs All

Ausgehend von den vielfältigen Möglichkeiten, die die Evolution bietet, sind durchaus Lebensformen denkbar, die weite Reisen durchs All unternehmen können. Selbst bis zu uns könnten diese Lebewesen vordringen. Das ist kein Widerspruch gegenüber den vorhin formulierten Fakten. Die These der Unmöglichkeit entfernte Galaxien zu bereisen, gilt nur für Bewohner „habitabler“ Himmelskörper.

Löst man sich von der Grundannahme, dass Leben nur in erdähnlicher Umgebung möglich wäre, ergeben sich ganz andere Varianten.

Welche Eigenschaften müssten Lebewesen haben, die eine Reise quer durchs All überstehen können?

⏹ Das Optimus

Nachfolgend wird der Weg beschrieben, wie ein solches rein fiktives Wesen (das „Optimus“), bis zur Erde gelangen könnte.

„Optimus“ ist ein Fantasiename, angelehnt an optimal und Optimismus.

Etwa 3-4 Mrd. Jahre nach dem Urknall entsteht auf einem jungen sehr heißen Planeten das Optimus als Einzeller. Das Optimus vermehrt sich mittels Zellteilung und bildet kleine Einheiten, die miteinander vernetzt, aber nicht zwangsweise fest verbunden sind. Das Optimus bezieht seine Energie direkt aus der Hitze des sonnennahen Planeten. Der Planet ist heiß und unwirtlich, sodass es keine konkurrierenden Lebewesen gibt. Allerdings benötigt das Optimus auch keine anderen Lebewesen, weder Pflanzen (Sauerstoffproduktion) noch Tiere (Nahrung). Die benötigte Energie nimmt sich das Optimus direkt aus der Wärme.

Das Optimus entwickelt bald eine Schwarmintelligenz, in der Folge ist das Optimus in der Lage, spezifische Ausformungen seiner selbst zu generieren. In einer Art DNA sind die Baupläne für die spezialisierten Optimuselemente enthalten. Aus allen Stammzellen können sich spezialisierte Elemente entwickeln. Die Vielfalt ist enorm. Einzelne Elemente können Signale aus verschiedenen Wellenbereichen empfangen und auch solche senden. Manche Elemente sind auf das Erkennen von Gammastrahlen spezialisiert, andere auf Lichtstrahlen, andere auf Röntgenstrahlen. Manche senden UV-Strahlen, andere senden Ultraschallsignale, die wiederum andere empfangen. Die Entschlüsselung erfolgt durch synapsenähnliche Vernetzung der Elemente in der Schwarmintelligenz.

Zwecks Fortbewegung organisiert sich das Optimus einmal als Schlange, ein andermal türmen sich die Elemente übereinander um eine Höhendifferenz zu überwinden. Wieder ein anderes Mal bildet das Optimus eine Kugel, um sich rollend fortzubewegen oder sich mit einem leichten Gas zu füllen und aufzusteigen.

Auch das Zusammenwirken der Optimuselemente ist in dieser DNA vorprogrammiert. Alle Optimuselemente, gleich, ob sie sich direkt verknüpfen oder nur gesteuert werden, sind miteinander (synapsenähnlich) verbunden.

Man könnte auch sagen, dass das Optimus als Ganzes ein Gehirn darstellt.

Die Weiterentwicklung des Optimus geht sehr rasch vonstatten. Da es keine Konkurrenten gibt, entfallen Fehlentwicklungen. Auch das Kommunikationsproblem ist von Anfang an gelöst.

Mussten die Erdbewohner erst langsam verschiedene Stadien verschieden intelligenter Lebewesen entwickeln und danach erst eine Sprache, in der Folge eine Schrift und letztendlich Computersysteme. Das Optimus hat von Anfang an ein speicherfähiges Gehirn.

Das Optimus kann alle Informationen speichern, sortieren und nur die wirklich sinnlosen Informationen löschen.

In der Menschheitsgeschichte sind viele Informationen unbeabsichtigt verloren gegangen, Genies wurden verkannt, Wissen Machtgelüsten und Kriegen geopfert.

Das Optimus entwickelt sich autark weiter.

Eines Tages kollidiert der Heimatplanet des Optimus mit einem anderen Himmelskörper. Das Optimus überlebt auf einem dieser Trümmerhaufen, der in der Folge als Planemo („vagabundierender Planet“) durch das All schießt.

Außerhalb eines Sonnensystems befindet sich das Optimus in einem Ruhezustand, es „erwacht“ immer, wenn es wieder in den Einflussbereich einer Sonne kommt.

Das Optimus ortet im Vorbeiflug heiße Planeten, um dort eine Kolonie zu gründen. In unserem Sonnensystem sind Merkur und Venus interessante Aufenthaltsorte. Die Erde fällt aus dem Radar, weil das Optimus die optimale Hitze sucht. Rotierende Planeten sind für das Optimus wenig interessant, weil das Energieangebot in der Nacht geringer ist.

Das Optimus kann dennoch auch auf die Erde kommen, wenn von Menschen konstruierte Raumsonden auf der Suche nach seltenen Mineralien den Planemo entdecken. Dann kann es sein, dass ein Optimus auf die Erde gelangt und sich hier vermehrt.



----------------------------------------------------------
Mail Wünsche, Anregungen, Kritiken oder einfach Kommentare an Der Querdenker
Die Inhalte dieser Seiten wurden sorgfältig zusammengestellt,
dennoch können Fehler enthalten sein, für die der Autor keine Haftung übernimmt.